Havarie Jena-Nord

Nach einer Havarie an einer Fernwärmeleitung war die Fernwärmeversorgung in Teilen von Jena-Nord unterbrochen. Etwa 6500 Haushalte waren davon betroffen.

Die Stadtwerke Jena Netze konnten mit Unterstützung von Spezialfirmen die defekte Fernwärmeleitung in Jena-Nord in der Nacht reparieren. Damit ist die Fernwärmeversorgung für rund 6.500 Haushalte in Jena-Nord wieder gesichert. Die Wiederinbetriebnahme startete schrittweise ab 03:10 Uhr.

Die Menschen in dem derzeit besonders betroffenen Bereich zwischen Emil-Höllein-Platz und Stifterstraße werden dringend gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Vorkehrungen zu treffen, um die Wärme möglichst lange in ihren Wohnungen zu halten. Vorsorglich werden auch die Menschen in den Wohngebieten westlich der Naumburger Straße (Bereich Jena-Nord II bis Zwätzen) gebeten, sich ebenfalls auf eine Reduzierung der Heizwärme einzurichten. Das dortige Heiznetz arbeitet noch: Allerdings nur mit der im Netz vorhandenen Restwärme und mit Unterstützung der Wärme aus der Biogasanlage in Zwätzen. Vom Wärmenachschub aus dem Kraftwerk in Winzerla ist dieser Bereich ebenfalls abgetrennt.

Unterdessen arbeiten die Stadtwerke Jena Netze mit allen verfügbaren Kräften an der Fehlersuche.

Aktuelle Entwicklungen

Heute Abend um 19 Uhr rief der Oberbürgermeister der Stadt Jena für das Stadtgebiet den Katastrophenfall aus. Dies geschieht, da die Fernwärmeversorgung aufgrund eines Havariefalls für große Teile von Jena-Nord unterbrochen ist und damit ca. 6.500 Haushalte ohne Heizungswärme und heißes Wasser auskommen müssen. Es kann zur Gefährdung von Leib und Leben führen.

Entgegen der Kontaktbeschränkungsregelungen der Landesverordnung zur Coronapandemieeindämmung, ist es daher zulässig, wenn Angehörige eines Haushaltes sämtliche Angehörige eines von der Kälte bedrohten Haushaltes aufnehmen. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wird die Stadt Jena morgen erlassen. Diese Regelung gilt jedoch ab sofort. Daher bittet die Stadt Jena alle, denen dies möglich ist, Verwandte, Freunde und Bekannte aus diesen von der Kälte betroffenen Haushalten aufzunehmen. Dabei sollten die üblichen Hygieneregeln eingehalten werden. Die Stadt selbst wird weitere Notunterbringungsmöglichkeiten in Turnhallen und Hotels organisieren.

Bis die Wärmeversorgung wieder hergestellt ist, wird der Katastrophenfall aufrechterhalten.

Die Bürgerhotline ist nun aktiv unter 0049 3641 49-5599.

Betroffene mit Fragen können sich dort melden und mögliche Bedarfe für eine Notunterkunft anmelden.

Mieter betroffener Wohnungsgesellschaften werden durch diese direkt kontaktiert.

Die sechs Jenaer Pflegeheime im von der Havarie betroffenen Stadtgebiet sind mit Heizgeräten ausgestattet worden. Damit kann verhindert werden, dass kranke und nicht mobile Menschen die Strapazen einer möglichen Evakuierung auf sich nehmen müssen.

Die Wohnungsunternehmen haben Mieterinnen und Mieter in Jena-Nord über die aktuelle Situation informiert. Sollte jemand nicht erreicht worden sein, wenden Sie sich bitte an die Hotline: 0049 3641 49-5599.

An der Bürgerhotline der Stadt unterstützen aktuell 14 Kolleginnen und Kollegen und beantworten die Anfragen der Bürgerinnen und Bürger. Erste Hotelzimmer konnten vermittelt werden.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wollen helfen und bieten Unterstützung an. Sowohl Unterkünfte als auch mobile Heizgeräte werden über ein privat aufgesetztes Padlet (Kollaborationsplattform) angeboten, welches aktuell über die Sozialen Medien geteilt wird. Das Padlet ist hier erreichbar.

Die Inhalte liegen nicht in der Verantwortung der Stadt Jena.

Herzlichen Dank für die großartige Solidarität mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern!

Die Reparaturarbeiten im Zusammenhang mit der Fernwärme-Havarie in Jena-Nord haben auch Auswirkungen auf den Straßenbahnverkehr. So verkehren die Straßenbahnen der Linien 1 und 4 aktuell nur bis zur Haltestelle Altenburger Straße. Zwischen der Haltestelle Altenburger Straße und Zwätzen bietet der Jenaer Nahverkehr einen Schienenersatzverkehr mit Bussen an.

Die Schadstelle, die zur Unterbrechung der Fernwärmeversorgung geführt hat, wurde am späten Abend gefunden. Im Laufe der Nacht werden die notwendigen Reparaturarbeiten anlaufen.

Ursache: Riss an einer Schweißnaht

Die Stadtwerke Jena Netze konnten mit Unterstützung von Spezialfirmen die defekte Fernwärmeleitung in Jena-Nord in der Nacht reparieren. Damit ist die Fernwärmeversorgung für rund 6.500 Haushalte in Jena-Nord wieder gesichert. Die Wiederinbetriebnahme startete schrittweise ab 03:10 Uhr.

 

Schulen und Kindergärten in Jena Nord bleiben am Donnerstag teilweise für die Notbetreuung noch geschlossen. Betroffene Eltern informieren sich bitte direkt bei den Einrichtungen.

Der Jenaer Krisenstab hat am 11.02.2021 (Folgetag der Havarie) um 10:45 Uhr den am 10.02.2021 ausgerufenen Katastrophenfall aufgehoben.

Nach der Reparatur der defekten Fernwärmeleitung sei seitens der Stadtwerke nun der Normalbetrieb im Netz wieder gesichert. Damit besteht für den Katastrophenfall kein Grund mehr.

Die zentrale Bürgerhotline wurde am Folgetag der Havarie um 11:00 Uhr abgeschaltet.

Betroffene Straßen

In dieser Karte (PDF) sind die durch die Fernwärmestörung betroffenen Straßen eingezeichnet.

 

Vorsichtsmaßnahmen für Anwohner

Sollten Sie die Möglichkeit haben, bei Verwandten oder Freunden unterzukommen, ist dies möglich. Für diesen Fall werden die coronabedingten Kontaktbeschränkungen ausgesetzt. Bitte tragen Sie für Ihren Besuch bei Verwandten unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz und halten Sie Abstände ein.

 Sollten Bürgerinnen und Bürger nicht privat unterkommen, hat die Stadt Jena in Kooperation mit städtischen Hotels Kontingente reserviert. Zudem werden aktuell Schulen für eine nächtliche Notunterkunft vorbereitet. Bürgerinnen und Bürger mit Bedarf für eine Notunterkunft melden diesen bitte über die Bürgerhotline an und werden zentral an die bestehenden Unterkünfte verteilt.  

Betroffene, die wegen Covid-19 unter Quarantäne stehen, melden sich bitte ebenfalls am Bürgertelefon unter der Rufnummer 0049 3641 49-5599.

Kennen Sie jemanden, der sich nicht selbst helfen kann? Dann melden Sie dies bitte ebenfalls am Bürgertelefon.

Die Stadt ist mit allen Pflegeheimen im Austausch und stellt dort Heizaggregate zur Verfügung. So soll verhindert werden, dass kranke und nicht mobile Menschen die Strapazen einer möglichen Evakuierung auf sich nehmen müssen.

Verhaltensregeln während der Temperaturabsenkung

Behelfsheizungen sind sehr gefährlich. Bitte nehmen Sie auf keinen Fall behelfsmäßige Heizungen in Betrieb! Abgase von Gaskocher, Campingkocher, Holzkohle- oder Gasgrills, Heizpilzen oder ähnlichem führen in geschlossenen Räumen zu tödlichen Vergiftungen.

Bei Betrieb von elektrischen Heizgeräten: Elektrische Heizlüfter oder ähnliches haben einen sehr hohen Stromverbrauch! Bitte beachten Sie, dass die Elektroinstallation in Ihrer Wohnung überlastet werden könnte. Sicherungen könnten die Anlage abschalten. Im schlimmsten Fall könnten Schäden an den Leitungen entstehen. Achten Sie beim Betrieb auf die vom Gerätehersteller angegebenen Sicherheitsabstände zu brennbaren Gegenständen!

Heizen Sie nicht mit Herd oder Backofen: Herd oder Backofen sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt! Bei Dauerbetrieb dieser Geräte kann ein gefährlicher Wärmestau entstehen. Dadurch können Einrichtungsgegenstände wie zum Beispiel Schränke der Einbauküche in Brand geraten.

Bitte vermeiden Sie es, zu lüften. Bitte tragen Sie warme Kleidung.