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Aus Erfahrungen Zukunft machen

08.06.2026

Am vergangenen Freitag (5. Juni 2026) diskutierten bei der Zukunftswerkstatt im Rahmen der AG Vorsorgestrategie Pandemie der Stadt Jena in der IGS Grete Unrein Bürgerinnen und Bürger über Erfahrungen aus der Corona-Zeit – und sammelten Vorschläge für eine bessere Krisenvorsorge.  Vorangegangen waren zuvor Sitzungen mit Politik, Fachleuten und zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern sowie verschiedene digitale Beteiligungsformate.

Die Corona-Pandemie war für viele Menschen eine prägende und belastende Zeit. Entscheidungen mussten unter großer Unsicherheit und hohem Zeitdruck getroffen werden – mit dem Ziel, Menschen zu schützen. Manche erlebten die Schutzmaßnahmen als notwendig, andere als zu weitreichend, als unzureichend erklärt oder als zu wenig hinterfragt. Gerade deshalb setzte die Zukunftswerkstatt bewusst auf den offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven.

In mehreren Arbeitsphasen sammelten die Teilnehmenden zunächst kritische Erfahrungen und erarbeiteten schließlich konkrete Vorschläge für die weitere Vorsorge. Deutliche Kritik wurde dabei nicht ausgespart: u.a. an der Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Entscheidungen, am Umgang mit besonders verletzlichen Menschen – etwa in Pflegeeinrichtungen – und an der Einteilung der Bevölkerung in Gruppen. 

Moderiert wurde die Veranstaltung durch das Organisationsberatungsinstitut Thüringen (ORBIT), das die Ergebnisse nun zusammenführt und dokumentiert. Gemeinsam mit den Erkenntnissen aus den bisherigen Sitzungen der Arbeitsgruppe sowie aus den digitalen Beteiligungsformaten bilden sie die Grundlage für einen Abschlussbericht, der dem Stadtrat vorgestellt werden soll.

Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima, würdigt insbesondere die Bereitschaft der Teilnehmenden, trotz unterschiedlicher Sichtweisen miteinander im Gespräch zu bleiben: »Die Corona-Pandemie hat viele Menschen verunsichert, belastet und zum Teil auch voneinander entfernt. Umso wichtiger ist es, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen ausgesprochen und gehört werden können. Mich beeindruckt, mit welchem Respekt und welcher Offenheit die Teilnehmenden ihre Sichtweisen eingebracht haben. Wer miteinander spricht, muss nicht derselben Meinung sein. Aber gegenseitiges Zuhören und ernsthaftes Interesse an den Erfahrungen anderer sind wichtige Voraussetzungen, um Vertrauen zu stärken und gemeinsam gute Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.«

Die Arbeitsgruppe Vorsorgestrategie Pandemie wurde eingerichtet, um Lehren aus der Corona-Zeit zu ziehen und Jena besser auf künftige Krisen vorzubereiten. Die schwierige Zeit der Pandemie wird noch lange nachwirken – umso wichtiger ist dieser gemeinsame Weg. Die Stadt Jena sieht in dem Beteiligungsprozess einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Kultur und zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz.