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Grundhafter Ausbau der Naumburger Straße

Mit Neubau der Straßenbahnstrecke ins Himmelreich

Der grundhafte Ausbau der Naumburger Straße ist eine umfassende Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Jena, des Kommunalservice Jena, des Jenaer Nahverkehrs, der Stadtwerke Jena und von JenaWasser. Neben der Verlängerung der Straßenbahntrasse bis ins Himmelreich werden Straßen, Geh- und Radwege sowie zentrale Ver- und Entsorgungsleitungen entlang der Naumburger Straße erneuert. Ziel ist es, Mobilität und Lebensqualität im Jenaer Norden nachhaltig zu verbessern. Die umfassende Baumaßnahme ist am 02.03.2026 gestartet und dauert voraussichtlich bis Juni 2029.

„Mit dem grundhaften Ausbau der Naumburger Straße investieren wir gezielt in eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur für den Jenaer Norden. Die Verlängerung der Straßenbahn und die Erneuerung der gesamten Infrastruktur verbessern die Anbindung der angrenzenden Wohngebiete deutlich und schaffen langfristig mehr Sicherheit und Qualität für alle Verkehrsteilnehmenden“, betont Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena

Bei der Baumaßnahme handelt sich um eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der letzten Jahre in Jena. Neben der grundhaften Sanierung der Straße werden Geh- und Radwege erneuert, neue Trinkwasser- und Abwassersysteme verlegt, Strom- und Gasleitungen umgebaut, IT-Trassen neu geschaffen sowie Fernwärmeleitungen gebaut. Auch die Straßenbahn wird im Zuge dessen verlängert. Ziel ist es, die gesamte Infrastruktur in Jena-Nord – also Wärme, Strom, Trink- und Abwasser sowie digitale Netze – langfristig zukunftsfähig zu machen, die Verkehrssicherheit für Fuß- und Radverkehr zu erhöhen und dem weiteren Wachstum des Stadtteils Rechnung zu tragen.

Übersicht der Maßnahmen

Straßenbelag:

  • Erneuerung der Straßenoberfläche

Geh- und Radwege

  • Verbesserung und Neubau der Geh-und Radwege

Straßenbahn: 

  • Verlängerung der Gleise
  • Naubau der Haltestellen

Trinkwasser:

  • Umverlegung und Erneuerung von Wasserleitungen

Abwasser:

  • Erneuerung und Neubau von Abwassersystemen

Informationstechnik:

  • Umverlegung und Neubau von IT-Trassen

Gas:

  • Umverlegung von Gasleitungen

Fernwärme:

  • Neubau von Fernwärmeleitungen

Elektrotechnik:

  • Erneuerung und Neubau von Stromkabeln

 

Das Baufeld umfasst den Bereich der Naumburger Straße zwischen der Einmündung Flurweg und der nördlichen Einmündung der Carl-Orff-Straße. 

Der Bereich zwischen der Einmündung Camburger Straße und Flurweg war bereits in den Jahren 2018 bis 2020 grundhaft erneuert und die Straßenbahntrasse zweigleisig ausgebaut worden.

Der folgende Übersichtslageplan steht auch als PDF mit Zoom-Funktion zur Verfügung.

Karte: Der Bereich der Bauabschnitte.
In diesem Bereich wird die Naumburger Straße grundhaft saniert.

Videos zum grundhaften Ausbau der Naumburger Straße finden Sie auf YouTube.

Die umfassende Baumaßnahme ist am 02.03.2026 gestartet und dauert voraussichtlich bis Juni 2029. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauabschnitten:

1. Bauabschnitt

Ortsausgang Jena – Einmündung Carl-Orff-Straße Süd
Bauzeit: März 2026 bis Juni 2027

Naumburger Straße: Übersichtsplan Bauabschnitt 1
Naumburger Straße: Übersichtsplan Bauabschnitt 1

2. Bauabschnitt

Einmündung Carl-Orff-Straße Süd bis Juri-Gagarin-Straße
Bauzeit: Juni 2027 bis Dezember 2027

3. Bauabschnitt

Juri-Gagarin-Straße bis Einmündung Netto-Markt / Wendeschleife Zwätzen
Bauzeit: Dezember 2027 bis Juni 2028

4. Bauabschnitt

Einmündung Netto-Markt / Wendeschleife Zwätzen bis Einmündung Brückenstraße
Bauzeit: Juni 2028 bis September 2028

5. Bauabschnitt

Einmündung Brückenstraße bis Flurweg 
Bauzeit: September 2028 bis Mai 2029

Vorbereitende Maßnahmen zur Baufeldfreimachung erfolgen seit Ende Januar.

Karte: Der Bereich der Bauabschnitte.
In diesem Bereich wird die Naumburger Straße grundhaft saniert.

In der Zeit vom 02.03. bis 30.11.2026 erfolgt eine Vollsperrung zwischen der südlichen Carl-Orff-Straße und dem Ortsausgang Jena. Die Umleitung erfolgt ügroßräumig in beide Richtungen ab Camburg / Rodameuschel über die L1070 bis Trotz, ab Trotz auf der B7 über Bürgel bis nach Jena. Die Einmündung Carl-Orff-Straße Süd ist durchgängig befahrbar.

Aktuelle Sperrungen, Umleitungen und Hinweise zur Baustelle stehen auch im Baustellenreport der Stadt Jena

„Uns ist bewusst, dass die Baumaßnahme für die Pendler und Anwohner eine anstrengende Zeit bedeutet. Deshalb haben wir intensiv nach Möglichkeiten gesucht, die Dauer der Sperrung so kurz wie möglich zu halten. Wir sind deshalb froh, dass es gelungen ist, die ursprünglich geplante Vollsperrungszeit von 18 auf nunmehr 9 Monate zu reduzieren – auch wenn uns bewusst ist, dass dieser Zeitraum weiterhin mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Mein besonderer Dank gilt den konstruktiven Gesprächen mit den betroffenen Ortsteilen und Gemeinden – gemeinsam konnten wir eine tragfähige Lösung finden“, betont Dezernent Dirk Lange.

Karte von der Stadt Jena und dem Umland mit einer eingezeichneten Strecke.
Die Umleitung erfolgt großräumig.

Die Erreichbarkeit der anliegenden Grundstücke wird soweit wie möglich gewährleistet. Einschränkungen können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden – insbesondere im Abschnitt Brückenstraße – Maria-Pawlowna. Im übrigen Gebiet ist aufgrund der Umleitungen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Der Straßenbahnverkehr ist durch die Baumaßnahme zunächst nicht beeinträchtigt. Die Arbeiten beginnen im Norden und damit in den Abschnitten, wo die neue Straßenbahntrasse errichtet wird.

Allerdings kommt es durch die Vollsperrung der Naumburger Straße zu Einschränkungen im Regionalbusverkehr der JES Verkehrsgesellschaft.

In der Folge werden die Fahrten der Linien 420 und 426 ab Porstendorf in beide Richtungen über Golmsdorf und Kunitz nach Jena umgeleitet. Ausgewählte Fahrten der Linie 420 werden über das Himmelreich geführt und bedienen auch die Haltestelle Zwätzen, Schleife. Dort besteht Anschluss zur Straßenbahnlinie 1. Die Linie 422 verkehrt für die Bauzeit über Rödigen.

Die konkreten Baufahrpläne werden rechtzeitig auf der Webseite des Jenaer Nahverkehrs veröffentlicht.  

Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 53,8 Millionen Euro (brutto). Ein Großteil der Kosten kann über Fördergelder von Bund und Land gedeckt werden. Die Förderung von Infrastrukturmaßnahmen beträgt für die Stadt und den Nahverkehr maximal 75 Prozent. 

Die Präsentation, die in den Informationsveranstaltungen im Februar 2026 gezeigt wurde, ist online als PDF einsehbar. 

Eine durchgehende Baustraße parallel zur B88 – vom Ortseingang bis zur südlichen Carl-Orff-Straße – kann leider nicht umgesetzt werden.

Der Grund: Eine solche Straße würde stark in Natur und Landschaft eingreifen. Betroffen wären unter anderem die Gärten am Ortseingang, das geschützte Gebiet „Im Oelste“ sowie die Ausgleichsflächen im Himmelreich. Dort würden Lebensräume von Tieren und Pflanzen beeinträchtigt oder zerstört. Auch der Boden würde durch Verdichtung und Versiegelung dauerhaft geschädigt.

Hinzu kommt, dass die benötigte Breite für eine zusätzliche Straße an vielen Stellen gar nicht vorhanden ist.

Aus diesen Gründen ist das Vorhaben weder realisierbar noch genehmigungsfähig.

Im Straßenbahnnetz von Jena gibt es nur noch sehr wenige eingleisige Abschnitte. Diese sind betrieblich sehr herausfordernd, weil die Straßenbahnen bei Verspätungen an Beginn und Ende solcher Passagen aufeinander warten müssen. In ungünstigen Fällen wirken sich Verspätungen in einem Teil des Netzes auf den Verkehr in anderen Teilen der Stadt aus.

Derzeit sind die Straßenbahnen zwischen Haltestelle Flurweg und Wendeschleife Zwätzen eingleisig unterwegs. Würde die Trasse bis ins Himmelreich ebenfalls „nur“ eingleisig errichtet, entstünde ein fast zwei Kilometer langer eingleisiger Abschnitt. Dies hätte erhebliche negative Einflüsse auf das Verkehrsangebot in dem von starken Fahrgastzuwächsen geprägten Nordnetz. Eine solche Lösung kann der Jenaer Nahverkehr nicht befürworten.

Hinzu kommt, dass eingleisige Trassenabschnitte aus dem Bundesprogramm nicht förderfähig gewesen wären. Bundesfördermittel tragen einen erheblichen Anteil an den Baukosten für die Streckenerweiterung.

Im Zuge des notwendigen Planfeststellungsverfahrens wurden alle sogenannten Träger öffentlicher Belange einbezogen und die Vor- und Nachteile verschiedener Ausführungsvarianten für den grundhaften Ausbau ausgiebig abgewogen. Letztlich fiel die Entscheidung für eine Gleisanlage in der Straßenmitte. Das Verfahren ist inzwischen abgeschlossen, das Baurecht liegt seit 2017 vor.

Eines der Argumente für die nun umgesetzte Variante war der geringere Flächenbedarf und die geringere Oberflächenversiegelung, da neben Straßen und Gleisen auch noch die derzeit fehlenden Fuß- und Radwege entlang der Naumburger Straße neu eingeordnet werden sollten.

Die Absicht der Verlängerung der Straßenbahn nach Norden besteht bereits seit den Planungen zum Wohngebiet Himmelreich (Anfang der neunziger Jahre). Sie ist u.a. Bestandteil des Flächennutzungsplanes sowie aller relevanter strategischen Verkehrskonzepte (zuletzt ÖPNV-Konzeption 2030+). Der Ausbau dient neben der ÖPNV-Anbindung der Wohngebiete im Norden auch der Beseitigung funktioneller Mängel im Bestandsabschnitt (eingleisige Straßenbahnführung, fehlende oder mangelhafte Geh-/Radverkehrsanlagen, abschnittsweise schlechter Straßenzustand) und der Einbindung der neuen Wohngebiete am nördlichen Stadtausgang in die städtische Infrastruktur. Außerdem werden im Zuge der Baumaßnahme alle relevanten Versorgungsleitungen mit erneuert. 

Die Planungen wurden von Beginn an durch den Stadtrat durch schrittweise Entscheidungen begleitet. Vorbereitend erfolgten sowohl technische Variantenuntersuchungen (Lage der Gleise in der Straße, mittig zwischen Richtungsfahrbahnen, einseitig neben der Fahrbahn) als auch Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, z.B. zu alternativen ÖPNV-Bedienmöglichkeiten durch Busse. Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme wurde mittels einer standardisierten Bewertung nachgewiesen.

Die Erlangung des Baurechts bei der geplanten Baumaßnahme erfolgte auf der Rechtsgrundlage eines Planfeststellungsverfahrens. Das Planfeststellungsverfahren ist ein förmliches und gesetzlich vorgeschriebenes Genehmigungsverfahren bei großen Infrastrukturprojekten, wie Straßen- und Straßenbahnprojekten. Es dient der umfassenden Prüfung, Abwägung und Bündelung aller privaten und öffentlichen Belange, um ein Vorhaben über die Zulässigkeit zu genehmigen. Geregelt ist es in den §§ 72 ff. Verwaltungsverfahrensgesetz sowie teilweise in Fachgesetzen. Das Verfahren endet mit dem Planfeststellungsbeschluss, der alle erforderlichen Einzelgenehmigungen enthält. 

Wesentliche Merkmale des Verfahrens sind die Prüfung aller Auswirkungen auf die Umwelt oder Dritte, Öffentlichkeitsbeteiligung, Anhörungsverfahren der Träger öffentlicher Belange (Fachbehörden, Verbände), Erörterungstermin der Einwendungen und Stellungnahmen und der finale Planfeststellungsbeschluss als Verwaltungsakt, der alle anderen notwendigen Einzelgenehmigungen, Zustimmungen und Erlaubnisse enthält und oft enteignungsrechtliche Vorwirkung hat, das heißt, dass der festgestellte Plan für ein etwaiges nachfolgendes 
Enteignungsverfahren bindend ist. 

Der Planfeststellungsbeschluss für die Baumaßnahme "Neubau Straßenbahn Jena-Nord mit Umbau der  Naumburger Straße zwischen Camburger Straße und Carl-Orff-Straße" wurde mit Datum 30.08.2017 vom Thüringer Landesverwaltungsamt ausgestellt. Eine Ausfertigung des Planfeststellungsbeschlusses  wurde mit einer Rechtsbehelfsbelehrung fristgerecht öffentlich ausgelegt. 

Der Planfeststellungsbeschluss wird als Verwaltungsakt nach ungestörtem Ablauf der Rechtsmittelfrist bestandskräftig, das heißt er ist dann unanfechtbar und verbindlich. Ansprüche auf Unterlassung des Vorhabens, auf Beseitigung von Anlagen oder auf Unterlassung der Benutzung sind dann ausgeschlossen.

Im Februar 2026 fanden drei öffentliche Veranstaltungen statt. Weitere Termine sind derzeit nicht geplant. Sobald neue Termine feststehen, werden diese rechtzeitig bekannt gegeben.

Für den grundhaften Ausbau der Naumburger Straße im Norden Jenas Baumfällungen erforderlich. Diese wurden im Rahmen des Bauvorhabens genehmigt. Davon sind 16 Bäume im Innenbereich der Straßenbahn-Wendeschleife Jena-Zwätzen betroffen - die Fläche wird als Lager- und Baustelleneinrichtungsfläche benötigt - sowie 79 weitere Bäume entlang der Naumburger Straße .

Ersatzpflanzungen

Es sind insgesamt 112 Ersatzpflanzungen vorgesehen. Diese erfolgen zum Großteil im Umfeld der Baumaßnahme.

Umpflanzungen

Bereits im Jahr 2021 wurden mehrere Großbäume aus dem nördlichen Abschnitt der Naumburger Straße durch den Kommunalservice Jena in die Wiesenstraße verpflanzt. Diese Bäume sind an ihrem neuen Standort angewachsen und haben sich stabil entwickelt.

Projektpartner sind die Stadt Jena, der Jenaer Nahverkehr, die Stadtwerke Jena Netze, JenaWasser sowie der Kommunalservice Jena.

Stadt Jena 

Planung:

Kommunalservice Jena

Ausführung:

Jenaer Nahverkehr 

Zweckverband Jena Wasser und Stadtwerke Jena Netze GmbH