Barrierefreier Zugang zu Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit
Die Stadt Jena erweitert gemeinsam mit dem Saale-Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena gGmbH (SBW) das Inklusionsprojekt „Einfach Wege gehen“. Ziel ist es, die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) barrierefrei darzustellen und jungen Menschen mit Behinderung einen leichteren Zugang zu Freizeit- und Bildungsangeboten zu ermöglichen.
Bereits in einer ersten Projektphase von 2018 bis 2021 entstand, mit dem Fokus auf den Stadtteil Lobeda, durch das SBW eine barrierearme Website mit einer Stadtteil-Karte in Leichter Sprache, die Freizeit-, Bildungs- und Wohnangebote sichtbar macht und Orientierung bietet. Das Projekt fördert Teilhabe und bringt Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag zusammen. Hier geht es zur Webseite: https://einfach-jena.de/
Jetzt wird dieses Angebot auf Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in ganz Jena ausgeweitet. Geplant sind unter anderem Testgruppen, die in den Einrichtungen einen „Inklusionscheck" machen, Videoclips zu den einzelnen Einrichtungen, Workshops zur Leichten Sprache sowie Beratungen, wie Barrierefreiheit vor Ort umgesetzt werden kann. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und vom SBW trafen sich heute mit Projektpartnern zur Auftaktveranstaltung im Jugendzentrum Westside.
„Wir freuen uns sehr über die Fortführung des Projekts. Inklusion entsteht weder durch Wegsehen noch durch bloßes Bewerten, sondern durch Transparenz und Zusammenarbeit“,
betont Sabine Jahn, Geschäftsführerin des Saale-Betreuungswerks der Lebenshilfe Jena gGmbH.
„Es gibt Barrieren – gleichermaßen aber bereits viele gute Lösungen vor Ort. Beides machen wir sichtbar. So können Menschen mit Behinderung besser entscheiden, wie sie Angebote nutzen möchten und welche Unterstützung sie gegebenenfalls brauchen. Gleichzeitig erhalten Einrichtungen konkrete Anregungen für weitere Schritte. Unser Ziel sind keine großen Umbauten über Nacht, sondern nachvollziehbare Veränderungen und Impulse im Alltag, die echte Teilhabe ermöglichen.“
Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima:
„Offene Kinder- und Jugendarbeit soll für alle jungen Menschen offen sein – unabhängig von körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen. Dafür ist wichtig zu wissen, was vor Ort zu erwarten ist und welche Unterstützung möglich ist. Mit der Ausweitung des erfolgreichen Projekts ›Einfach Wege gehen‹ auf Angebote im gesamten Stadtgebiet schaffen wir diese Transparenz, bauen Hürden ab und vereinfachen die Planung für Familien im Alltag. So fördern wir echte Teilhabe - genau das ist unser Anspruch als Stadt."
Johannes Schleußner, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Sport:
„Unterschiedlichkeit ist keine Herausforderung, die bewältigt werden muss – sie ist eine Realität, die unsere Gesellschaft bereichert. Es gibt bereits viele gute, innovative, kreative Inklusionsangebote in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Aber sie sind nicht immer bekannt, nicht ausreichend vernetzt oder für alle zugänglich. Es ist unser gemeinsamer Auftrag, hier einfachere Wege zu eröffnen und Barrieren zu reduzieren. Mein besonderer Dank gilt allen Fachkräften, Trägern und Kooperationspartnern, die dieses Projekt möglich machen."
Ziel des Projekts
Mit „Einfach Wege gehen“ sollen junge Menschen mit Behinderung leichter herausfinden können:
• Was erwartet mich vor Ort?
• Kann ich alleine kommen?
• Welche Unterstützung gibt es?
• Ist die Umgebung für mich geeignet?
Die Einrichtungen erhalten zugleich konkrete Anregungen, wie sie ihre Angebote inklusiver gestalten können. Dadurch wird Inklusion praktisch im Alltag umgesetzt.
Hintergrund
Das Projekt hat eine hervorgehobene Priorität im Jugendförderplan der Stadt Jena und wird gemeinsam mit Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt. Bis September 2026 sind Workshops, Beteiligungsformate mit Jugendlichen sowie eine Abschlussveranstaltung geplant. Im Rahmen der kommunalen Sozialstrategie erfolgt eine Förderung durch Mittel der Armutsprävention und leistet damit einen Beitrag auf dem Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen.