Bundespräsident a. D. Christian Wulff zu Gast bei der Michaelsbegegnung in Jena
Auf Einladung der Kirchenstiftung St. Michael besucht Bundespräsident a. D. Christian Wulff am Donnerstag, 22. Oktober 2026, die Stadt Jena. Anlass ist die diesjährige Michaelsbegegnung, zu der die Stiftung am Abend rund 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet. Im Mittelpunkt des Abends steht Wulffs Festvortrag zum Thema „Frieden, Demokratie, Europa: Rolle des Christentums“. Bereits am Nachmittag erhielt der ehemalige Bundespräsident Einblicke in die Entwicklung Jenas als international bedeutenden Wissenschafts- und Hightechstandort. Stationen des Besuchs waren das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sowie der ZEISS Hightech-Standort.
„Die Michaelsbegegnung blickt auf eine fast 20-jährige Tradition zurück. In dieser Zeit durften wir zahlreiche herausragende Persönlichkeiten als Ehrengäste begrüßen. Es ist uns eine besondere Freude und Ehre, dass wir in diesem Jahr Bundespräsident a. D. Christian Wulff für unsere Veranstaltung gewinnen konnten“, erklärt Dr. Franz von Falkenhausen, Vorstandsvorsitzender der Kirchenstiftung St. Michael Jena. „Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen ist es wichtig, Räume für Begegnung, Austausch und Orientierung zu schaffen. Mit seinem Vortrag zu Frieden, Demokratie, Europa und der Rolle des Christentums wird Christian Wulff wichtige Impulse für diesen Dialog geben.“
Einblicke in den Innovationsstandort Jena
Die Kirchenstiftung hat den Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten mit einem Rahmenprogramm zum Wissenschafts- und Innovationsstandort Jena verbunden. Am Nachmittag informierte sich Christian Wulff am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sowie am Hightechstandort von Carl Zeiss über die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.
Unter dem Titel „Wissenschafts- und Hightechstandort Jena – Eine Stadt im Wandel der Zeiten“ kommen Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik zu einer Gesprächsrunde zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Erfolgsfaktoren des Standorts, die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen sowie die Perspektiven für seine weitere Entwicklung.
Zu den Gesprächspartnern gehörten Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche, Staatssekretär Prof. Dr. Steffen Teichert, der Wissenschaftliche Direktor des Deutschen Optischen Museums Prof. Dr. Timo Mappes, der Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG Justus Wehmer und Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Institutsleiter Fraunhofer IOF.
Prof. Dr. Andreas Tünnermann freut sich, Christian Wulff am Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik zu begrüßen: „Der Optikstandort Jena stand Anfang der 1990er-Jahre vor existenziellen Herausforderungen. Im engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, den Standort neu zu erfinden und ausgehend von exzellenter Forschung neue Märkte mit innovativen Produkten zu erschließen. Hierin liegt eine wesentliche Stärke unseres Standorts. Die Fähigkeit zur strategischen Kooperation, insbesondere zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, ist zugleich eine wichtige Grundlage für seine weitere Entwicklung.Ich freue mich sehr, Bundespräsident a. D. Christian Wulff bei uns am Fraunhofer IOF begrüßen zu dürfen, mit ihm unsere Erfahrungen zur Standortentwicklung zu teilen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie Jena als Role-Model auch für andere Wissenschafts- und Technologiestandorte in Deutschland beispielgebend sein kann.“
Michaelsbegegnung als Ort des gesellschaftlichen Dialogs
Am Abend findet die eigentliche Michaelsbegegnung in der ad hoc-Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld statt. Nach der Begrüßung durch den Stiftungsvorsitzenden Dr. Franz von Falkenhausen und einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche spricht Christian Wulff über „Frieden, Demokratie, Europa: Rolle des Christentums“.
Der frühere Bundespräsident beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Integration und des interreligiösen Dialogs. Auch nach seiner Amtszeit engagiert er sich für demokratische Werte und die Verständigung zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen.
"Frieden, Demokratie und ein geeintes Europa sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie leben davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, miteinander im Gespräch bleiben und auch über unterschiedliche Überzeugungen hinweg nach Gemeinsamkeiten suchen. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Menschenwürde und Solidarität haben wichtige Orientierung gegeben. Ich freue mich, bei der Michaelsbegegnung in Jena über diese Fragen ins Gespräch zu kommen.“, sagt Bundespräsident a.D. Christian Wulff.
Kirchenstiftung engagiert sich für den Erhalt der Stadtkirche St. Michael
Die Michaelsbegegnung ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Arbeit der Kirchenstiftung St. Michael Jena. Die Stiftung wurde im November 2007 gegründet und hat sich insbesondere dem Erhalt und der Sanierung kirchlicher Gebäude, der Förderung denkmalpflegerischer Aufgaben sowie der Unterstützung bedürftiger Gemeindemitglieder verschrieben.
Mehr als 100 Gründungsstifter und Zustifter haben bislang ein Stiftungskapital von über 350.000 Euro zusammengetragen. Dadurch kann die Stiftung jährlich rund 10.000 Euro für soziale und bauliche Projekte bereitstellen.
Mit der jährlich stattfindenden Michaelsbegegnung möchte die Stiftung ihre Arbeit sichtbar machen, den Austausch mit ihren Freunden und Förderern pflegen und neue Unterstützer gewinnen. Zu den prominenten Festrednern der vergangenen Jahre gehörten unter anderem Bundespräsident a. D. Joachim Gauck, Prof. Dr. Gesine Schwan, Bodo Ramelow, Prof. Dr. Hartmut Rosa und Prof. Dr. Norbert Lammert.
Ein besonderes Anliegen bleibt die Sanierung der Jenaer Stadtkirche St. Michael. Aufgrund der laufenden Arbeiten findet die Michaelsbegegnung auch in diesem Jahr außerhalb der Kirche statt. Derzeit werden weitere Bauabschnitte der aufwendigen Gewölbesanierung vorbereitet. Die Gesamtkosten lassen sich weiterhin nicht abschließend beziffern. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass die bisher eingegangenen Spenden nur einen kleinen Teil des Finanzierungsbedarfs abdecken.
„Die Stadtkirche St. Michael ist nicht nur ein bedeutendes Gotteshaus, sondern auch ein prägendes Bau- und Kulturdenkmal unserer Stadt. Ihre Bewahrung ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können“, betont von Falkenhausen. „Deshalb möchten wir die Michaelsbegegnung auch nutzen, um auf die notwendige Unterstützung für die weitere Sanierung aufmerksam zu machen.“
Die Kirchenstiftung verbindet die diesjährige Veranstaltung erneut mit einem Spendenaufruf für den Erhalt der Stadtkirche. Ermöglicht wird die Michaelsbegegnung auch durch die Unterstützung der Sparkasse Jena, der Stadtwerke Jena und der elf5 Jena GmbH.
Über Christian Wulff
Christian Wulff wurde 1959 in Osnabrück geboren. Von 2003 bis 2010 war er Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Im Jahr 2010 wurde er zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und bekleidete das Amt bis 2012. Während seiner politischen Laufbahn und darüber hinaus setzte er sich insbesondere für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung, Integration und den Dialog zwischen Religionen und Kulturen ein.