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Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ wird klimagerecht zurückgebaut

03.09.2026

Der Jenaer Stadtrat hat gestern (02.09.2026) in seiner Sitzung den klimagerechten Rückbau der Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ beschlossen.  Damit setzt die Stadt einen weiteren Baustein ihrer Klimaanpassungsstrategie um. Ziel ist es, versiegelte Flächen zurückzubauen, natürliche Lebensräume aufzuwerten und Jena besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

„Jede entsiegelte Fläche hilft uns, Jena besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Mit dem Rückbau der Garagenanlage schaffen wir mehr Raum für Natur, verbessern den Wasserrückhalt bei Starkregen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag für ein angenehmeres Stadtklima. Das Projekt zeigt, wie wir Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung sinnvoll miteinander verbinden können“, sagt Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena.

Mehr Grün statt versiegelter Flächen

Die Garagenanlage „Im Wehrigt-Süd“ im Ortsteil Lobeda umfasst 38 Garagen. Die Anlage wurde 2025 von der Stadt erworben. Die Garagen wurden zum allergrößten Teil von den einzelnen Pächtern bereits übergeben. Viele der Garagen wurden bereits seit Jahren nicht mehr genutzt, weshalb die Zufahrten teilweise überwachsen sind. Auch der bauliche Zustand der gesamten Garagenanlage ist schlecht.

Im Zuge des Rückbaus werden die Garagen in städtischem Besitz einschließlich ihrer versiegelten Zufahrten entfernt. Anschließend wird die Fläche vollständig renaturiert. Geplant ist eine unversiegelte Grünfläche ohne neue Wege oder Platzflächen. Sie soll künftig Regenwasser aufnehmen und versickern lassen sowie die bestehende Naturfläche ergänzen. 

Beitrag zum Hochwasser- und Hitzeschutz

Das Areal liegt im Überschwemmungsgebiet der Saale. Durch die Entsiegelung entstehen zusätzliche natürliche Rückhalteflächen, die bei Hochwasser entlasten können. Gleichzeitig verbessert die Begrünung das Stadtklima, reduziert Hitzebelastungen und vernetzt bestehende Biotope.

„Die Klimakrise stellt Städte vor große Herausforderungen. Deshalb müssen wir Jena Schritt für Schritt widerstandsfähiger machen. Mit der Entsiegelung und Begrünung geeigneter Flächen schaffen wir natürliche Rückzugsräume und verbessern das Stadtklima. Jede neue Grünfläche ist ein Gewinn – für die Menschen, für die Natur und für kommende Generationen“, sagt Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima der Stadt Jena.

Das Projekt ist Teil der Umsetzung des Jenaer Hitzeaktionsplans. Es trägt insbesondere zur Maßnahme „Urbane Klimaoasen“ bei, mit der zusätzliche Grünflächen geschaffen werden, um die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Bundesförderung ermöglicht Umsetzung

Der Rückbau der Garagenanlage ist Teil eines Förderprojekts, das gemeinsam mit der Umgestaltung des Parkplatzes an der Hans-Berger-Straße beantragt wurde. Beide Maßnahmen werden aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ gefördert. Die Förderquote beträgt 75 Prozent.

Mit dem Beschluss des Stadtrats sind nun die Voraussetzungen geschaffen, die weiteren Planungen zu beauftragen. Im nächsten Schritt werden die Rückbau- und Freiraumplanung erarbeitet. Anschließend sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Die Umsetzung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden im unmittelbaren Umfeld ähnliche Projekte erfolgreich umgesetzt. So entstanden nach dem Rückbau einer ehemaligen Fußgängerbrücke und eines Gartengrundstücks naturnahe Aufenthaltsbereiche an der Saale, die heute von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden.