Gesundheitsapartments im Smarten Quartier Jena-Lobeda
Die beiden Gesundheitsapartments im Smarten Quartier Jena-Lobeda, einem Modellprojekt der Stadtwerke Jena Gruppe, sind erfolgreich in den Regelbetrieb überführt: Seit dem 1. Januar 2026 verantwortet das Universitätsklinikum Jena (UKJ) den Betrieb der barrierearmen, wohnlich ausgestatteten Apartments in direkter Nähe zum Klinikum. Damit ist die Maßnahme im Smart City Projekt „Einrichtung und Betrieb von Gesundheitsapartments“ verstetigt und erfolgreich abgeschlossen.
Ein wichtiger Meilenstein für die Stadt Jena, wie Bürgermeister und Digitalisierungsdezernent Benjamin Koppe betont: „Die Gesundheitsapartments sind ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation aus unserem Smart City Projekt ganz konkret im Alltag der Menschen ankommt. Sie ermöglichen Patientinnen und Patienten eine wohnliche und sichere Unterkunft in direkter Nähe zum Klinikum und entlasten gleichzeitig die Versorgung. Für uns in Jena war von Anfang an wichtig, dass aus einem geförderten Projekt ein dauerhaft nutzbares Angebot in der Versorgungspraxis entsteht. Dass das Universitätsklinikum Jena den Betrieb nun übernimmt, zeigt, wie aus kommunaler Innovation gemeinsam mit starken Partnern eine tragfähige Lösung entstehen kann, die medizinisch sinnvoll ist und für die Menschen einen echten Mehrwert bietet.“
Wohnen statt Klinikbett – Entlastung und mehr Lebensqualität
Die Gesundheitsapartments richten sich an Patientinnen und Patienten des UKJ, die ambulant, teil- oder tagesstationär behandelt werden, für die aber eine tägliche An- und Abreise zum Klinikum nicht praktikabel ist – ebenso an Menschen, die nach einem stationären Aufenthalt auf Anschlussversorgung warten oder in der Überleitpflege betreut werden, sowie an Angehörige. Die Apartments sind ein Kurzzeit-Versorgungsangebot zwischen Krankenhaus und den eigenen vier Wänden, das Privatsphäre ermöglicht und gleichzeitig Versorgungssicherheit bietet.
„Die Gesundheitsapartments waren von Anfang an gut nachgefragt – der Rückzugsort außerhalb des Krankenhauses wird sehr geschätzt. Für viele Patientinnen und Patienten ist der Übergang zwischen Klinik, ambulanter Behandlung und weiterer Versorgung eine besonders sensible Phase. Die Gesundheitsapartments schaffen hier ein wichtiges Angebot: Sie verbinden medizinische Nähe mit einem wohnlichen, geschützten Umfeld und tragen dazu bei, Versorgungslücken zu vermeiden. Dass wir dieses Modell nun in den Regelbetrieb übernehmen, ist für uns ein konsequenter Schritt, um patientenorientierte Versorgung weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Dr. Otto W. Witte, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena.
Kreis der Nutzenden auf tagesstationäre Patientinnen und Patienten ausgeweitet
Der Kreis der Nutzenden wird kontinuierlich erweitert. Zuletzt konnten neben teil- auch tagesstationäre Patientinnen und Patienten das Angebot nutzen. Tagesstationär bedeutet: Behandlung im Krankenhaus ohne Übernachtung – mit einem in der Regel mehrstündigen Aufenthalt am Tag.
Smarte, barrierearme Ausstattung – mit Sicherheit und Assistenz
Die Apartments sind barrierearm gestaltet und kombinieren wohnliche Atmosphäre mit unterstützender Technik – darunter Smart-Home-Anwendungen (unter anderem Sprachsteuerung), Notfallsystem, höhenverstellbare Küche sowie bei Bedarf ergänzende Unterstützungs- und Assistenzangebote. Wenn notwendig, kann auch ein Pflegedienst eingebunden werden.
Von der Machbarkeit zur Verstetigung: Zusammenarbeit mit Stadtwerken und UKJ
Dem Betrieb ging eine Machbarkeitsstudie voraus. Die Entwicklung und Umsetzung der Gesundheitsapartments erfolgte im Rahmen des Modellprojekts „Smartes Quartier Jena-Lobeda“ der Stadtwerke Jena Gruppe in Kooperation mit dem Smart City Projekt Jena und in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena. Die Apartments sind seit August 2023 in Betrieb. Mit der Übernahme durch das UKJ ab dem 1. Januar 2026 ist die Lösung langfristig in der Versorgungspraxis verankert.
Das Smarte Quartier Jena-Lobeda war für uns ein Reallabor, in dem wir gemeinsam mit unseren Partnern erprobt haben, wie sich Wohnen, Energie, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung sinnvoll verbinden lassen. Die Gesundheitsapartments zeigen, welches Potenzial darin steckt: Sie bringen medizinische Versorgung näher an die Menschen und erweitern die Möglichkeiten wohnortnaher Gesundheitsangebote. Für uns als Stadtwerke war das ein wichtiger Schritt hin zu einer neuen Form kommunaler Daseinsvorsorge – und ein Beispiel dafür, wie Innovation konkret zur Lebensqualität vor Ort beitragen kann“, so Tobias Wolfrum, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena.
Das Projekt trifft einen wachsenden Bedarf: Krankenhäuser sind verpflichtet, ein wirksames Entlassmanagement zu organisieren, um den Übergang in die Anschlussversorgung abzusichern und Versorgungslücken zu vermeiden. Genau hier setzen die Gesundheitsapartments als praktische Brücke an.
Deutschlandweit ein bislang einzigartiges Modell
Mit der dauerhaften Überführung in den Regelbetrieb nimmt das Projekt auch bundesweit eine besondere Stellung ein. Die Gesundheitsapartments erweitern die klassischen Versorgungsstrukturen um eine flexible Zwischenlösung, die medizinische Sicherheit mit mehr Selbstständigkeit und Privatsphäre verbindet. In der Kombination aus kurzzeitiger patientenorientierter Unterbringung, digital unterstützter Ausstattung und Einbettung in ein Smart-City-Quartier gilt das Jenaer Modell als beispielgebender Ansatz für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Hintergrund
Zum Smarten Quartier Jena-Lobeda
Das Smarte Quartier Jena-Lobeda ist ein Modellprojekt der Stadtwerke Jena Gruppe und steht für modernes, alltagstaugliches Wohnen im digitalen Zeitalter. In einem jenawohnen-Plattenbau des Typs WBS70 entstanden nach Sanierung bis Ende 2024 insgesamt 230 Wohnungen – rund die Hälfte davon mietpreisgebunden. Die Wohnungen sind mit Smart-Home-Technik ausgestattet und durch Gesundheitsangebote und nachbarschaftliche Vernetzungsmöglichkeiten ergänzt.
Zur Smart City Strategie der Stadt Jena
Die Smart City Strategie der Stadt Jena ist Teil des Bundesprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ und wird mit insgesamt 17,5 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für ein nachhaltiges, vernetztes und bürgernahes Stadtleben zu nutzen. Unter dem Leitmotiv „Jena digitalisiert, lernt und teilt“ entwickelt die Stadt gemeinsam mit kommunalen Partnern und Bürgerinnen und Bürgern konkrete Lösungen für den Alltag.