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Gut informiert und vorbereitet: Katastrophenvorsorge in Jena

12.10.2026

Am 13. Oktober ist Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge. Der Aktionstag macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, sich auf außergewöhnliche Gefahrenlagen vorzubereiten. 

Für die Stadt Jena ist Katastrophenvorsorge eine dauerhafte Aufgabe. Als kreisfreie Stadt nimmt Jena die Aufgaben der unteren Katastrophenschutzbehörde wahr. Dazu gehören u.a. die Organisation und Ausrüstung der Katastrophenschutzeinheiten, die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte, Übungen sowie die Überprüfung der Einsatzbereitschaft. 

Einsatzbereitschaft wird vorbereitet und geübt 

Die Katastrophenschutzeinheiten der Stadt Jena setzen sich aus den Freiwilligen Feuerwehren sowie den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Firma Pro Life zusammen. Ein wesentlicher Teil dieser Strukturen wird durch ehrenamtliches Engagement getragen. 

Für besondere Gefahrenlagen, beispielsweise Hochwasser, bestehen spezielle Einsatzplanungen. Neben der regelmäßigen Ausbildung innerhalb der einzelnen Organisationen wird auch deren Zusammenspiel geübt. Die beteiligten Akteure nutzen zudem die Lehrgangsangebote der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule. 

„Auf außergewöhnliche Lagen kann man sich nicht erst vorbereiten, wenn sie eingetreten sind. Deshalb investieren wir in Jena kontinuierlich in Ausbildung, Übungen, Einsatzplanung und funktionierende Warnwege. Genauso wichtig ist aber, dass auch die Menschen selbst wissen, wie sie sich im Ernstfall verhalten können. Wer Warnungen ernst nimmt, einige Tage vorsorgen kann und wichtige Informationen griffbereit hat, verschafft sich selbst Sicherheit und entlastet zugleich die Einsatzkräfte. Jede gute Vorbereitung hilft: den Menschen selbst und den Einsatzkräften, die ihre Hilfe dann dort konzentrieren können, wo sie am dringendsten gebraucht wird”, sagt Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe. 

Jena setzt auf mehrere Warnwege 

Ein zentraler Bestandteil der Vorsorge ist die Warnung der Bevölkerung. Dafür stehen in Jena verschiedene Warn- und Informationswege zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast. 

Beim bundesweiten Warntag im September wurden die Warnsysteme erneut getestet. Die 25 digital angebundenen Sirenen im Stadtgebiet konnten dabei zentral angesteuert werden. Solche regelmäßigen Tests helfen, technische Schwachstellen zu erkennen und die Warninfrastruktur weiterzuentwickeln. 

Was jede und jeder selbst tun kann 

Neben den Strukturen der Stadt und der Einsatzorganisationen ist auch die Selbsthilfe der Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenvorsorge. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich bereits im Alltag mit der persönlichen Vorsorge zu beschäftigen. 

Dazu gehören beispielsweise: 

  • Vorräte anlegen: Das BBK empfiehlt, sich möglichst für zehn Tage selbst versorgen zu können. Auch ein Vorrat für mindestens drei Tage ist bereits hilfreich. Als Orientierung nennt das BBK zwei Liter Wasser pro Person und Tag.   
  • Warnwege kennen: Eine Warn-App wie NINA installieren und Benachrichtigungen aktivieren.    
  • Auch ohne Strom informiert bleiben: Ein batterie-, solarbetriebenes oder Kurbelradio sowie eine geladene Powerbank können bei einem Stromausfall helfen. Wichtige Telefonnummern sollten zusätzlich auf Papier verfügbar sein.  
  • Notgepäck vorbereiten: Muss die Wohnung kurzfristig verlassen werden, sollte das Wichtigste schnell griffbereit sein. Dazu gehören unter anderem persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Taschenlampe, Radio, Wasser, Verpflegung, Hygieneartikel, wichtige Dokumente sowie Kleidung und Wetterschutz.  

Notfallvorsorge ist dabei immer individuell. Familien mit Kindern haben andere Bedürfnisse als Einzelpersonen, regelmäßig benötigte Medikamente müssen berücksichtigt und auch Haustiere mit bedacht werden. Vorsorge kann Schritt für Schritt in den Alltag integriert werden. 

Weitere Informationen und Checklisten

Ausführliche Informationen und praktische Checklisten stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung. Hinweise zu Warnsystemen und zum richtigen Verhalten in unterschiedlichen Gefahrenlagen bietet außerdem das Thüringer Informationsportal „Sicher und gewarnt“. 

Der Internationale Tag der Katastrophenvorsorge macht damit deutlich: Katastrophenschutz lebt von funktionierenden Strukturen und gut ausgebildeten Einsatzkräften. Aber auch davon, dass Menschen wissen, wie sie sich selbst vorbereiten können.