Jena in Zahlen: Was sich verändert und was die Stadt daraus lernt
Wie viele Menschen leben in Jena? Wie verändert sich die Bevölkerung? Wie viele Menschen kommen täglich zum Arbeiten in die Stadt und wie stark werden Kultur- und Freizeitangebote genutzt? Antworten darauf liefert die Kommunalstatistik der Stadt Jena. Zum Europäischen Tag der Statistik am 20. Oktober rückt die Stadt ausgewählte Zahlen in den Mittelpunkt und zeigt, warum deren Auswertung für die Entwicklung Jenas wichtig ist.
Denn Zahlen beschreiben nicht nur den aktuellen Zustand einer Stadt. Erst im Vergleich über mehrere Jahre wird sichtbar, was sich verändert, wo neue Bedürfnisse entstehen und welche Entwicklungen Verwaltung und Politik im Blick behalten müssen.
Jena verändert sich – und die Zahlen zeigen, wie
Ende 2025 lebten laut Melderegister 107.658 Menschen mit Hauptwohnsitz in Jena. Das Durchschnittsalter lag bei rund 43,8 Jahren. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung verändert sich: 14.263 Einwohnerinnen und Einwohner hatten Ende 2025 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von rund 13,2 Prozent.
Besonders deutlich wird der demografische Wandel bei den Geburtenzahlen. Im Jahr 2025 wurden im Jenaer Melderegister 647 Geburten und 1.213 Sterbefälle erfasst. Damit starben 566 Menschen mehr, als geboren wurden. Im Vorjahr hatte der Sterbeüberschuss noch 459 Personen betragen.
Was zunächst abstrakt klingt, hat konkrete Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Eine veränderte Altersstruktur beeinflusst beispielsweise, wie viele Kita- und Schulplätze künftig benötigt werden, welche Anforderungen an die soziale Infrastruktur entstehen und wie Wohnraum und Versorgung langfristig geplant werden müssen. Die Statistik hilft, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Wissenschaftsstandort, Arbeitsort und Lebensmittelpunkt
Jena ist nicht nur für seine Einwohnerinnen und Einwohner ein wichtiger Lebensmittelpunkt, sondern auch für viele Menschen aus dem Umland ein Arbeitsort. Zum 30.06.2025 pendelten 28.595 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus anderen Gemeinden nach Jena. Gleichzeitig waren an der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Hochschule im Wintersemester 2025/26 insgesamt 20.305 Studierende eingeschrieben.
Auch die Entwicklung der Kinderbetreuung und des Wohnungsbaus lässt sich anhand statistischer Daten nachvollziehen. Zum Stichtag 01.03.2026 wurden in 70 Jenaer Kindertageseinrichtungen 4.431 Kinder betreut, weitere 48 in der Kindertagespflege. Im selben Jahr wurden 37 Wohngebäude mit insgesamt 105 Wohnungen neu gebaut.
Diese Kennzahlen verdeutlichen, wie eng Bevölkerungsentwicklung, Wohnen, Arbeiten und Bildung miteinander verbunden sind. Die Kommunalstatistik ermöglicht dabei auch einen genaueren Blick auf einzelne Stadtteile und Planungsräume.
Von Sportvereinen bis Bücherei: Zahlen zeigen auch, wie Jena lebt
Statistik beschreibt nicht nur demografische und wirtschaftliche Entwicklungen. Sie zeigt ebenso, was Jena als Stadt ausmacht und welche Angebote die Menschen nutzen.
Mehr als ein Drittel der Stadtfläche ist bewaldet, knapp neun Prozent entfallen auf Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen. Auch das organisierte Sportleben entwickelt sich: Zum Jahresbeginn 2026 waren in 115 Jenaer Sportvereinen insgesamt 29.152 Mitgliedschaften registriert. Das sind 432 mehr als im Jahr zuvor.
Wie stark kulturelle Einrichtungen genutzt werden, zeigen die Besucherzahlen des Jahres 2025. Die Jenaer Philharmonie erreichte 42.425 Besucherinnen und Besucher, das Zeiss-Planetarium begrüßte 148.751 Gäste.
Besonders deutlich fällt die Entwicklung der Ernst-Abbe-Bücherei aus. Dort wurden 358.876 Besuche gezählt: rund 68.300 mehr als 2024. Die Zahlen verdeutlichen, welchen Stellenwert die Bibliothek als Bildungs-, Kultur- und Begegnungsort inzwischen einnimmt.
Gute Statistik macht Unterschiede innerhalb der Stadt sichtbar
Die besondere Stärke der Kommunalstatistik liegt darin, dass viele Entwicklungen nicht nur für die Gesamtstadt, sondern auch kleinräumig untersucht werden können. So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, welche Stadtteile wachsen, wo sich die Altersstruktur verändert oder wie sich die Wohnbevölkerung entwickelt.
Diese Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage für zahlreiche Aufgaben der Stadtverwaltung. Sie fließen unter anderem in Bevölkerungsprognosen, die Schulnetz- und Kitabedarfsplanung, den Mietspiegel, die Mobilitätsplanung, die Gesundheitsberichterstattung sowie die Sportentwicklungsplanung ein. Auch für Konzepte zur Stadtentwicklung und für die offene Datenplattform WISSENsAllmende sind statistische Informationen von Bedeutung.
Statistik für alle: Jenas Daten sind öffentlich zugänglich
Die Stadt Jena stellt ihre statistischen Auswertungen, Quartalsberichte und interaktiven Anwendungen öffentlich zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger können damit selbst nachvollziehen, wie sich ihre Stadt und die einzelnen Stadtteile entwickeln.
Das Statistikportal ist unter https://statistiken.jena.de erreichbar.
Weitere Informationen und aktuelle Quartalsberichte stehen unter https://statistik.jena.de zur Verfügung.