Mit welchem Spielzeug spielten die Kinder früher?
Wer heute in Jena spielende Kinder sieht, wird sich kaum Gedanken darüber machen, wie und mit welchen Dingen die Bewohner der Stadt in früheren Jahrhunderten gespielt haben. Dabei ist nicht zu bezweifeln, dass die Kinder auch in früheren Zeiten nicht ohne ihr Kuscheltier ins Bettchen gehen wollten und Erwachsene im Brettspiel Zeitvertreib fanden oder mit Würfeln ihr Glück versuchten.
In der schriftlichen Überlieferung Jenas findet die Welt der Spiele fast gar keinen Widerhall. Woher wissen wir also, mit welchem Spielzeug die Kinder früher spielten, wie es aussah und aus welchem Material es hergestellt war? Hier kann die Archäologie weiterhelfen. Sie deckt die Hinterlassenschaften vergangener Zeiten auf. Und darunter befinden sich gelegentlich auch Spielgeräte. Oft sind es nur unscheinbare Reste, doch sie zeigen eine erstaunliche Vielfalt an Spielmöglichkeiten. Freilich blieb nur jenes Spielzeug erhalten, was die Kinderhände überlebte und dann noch die jahrhundertelange Lagerung im Boden überstand. Dennoch verraten die Objekte viel über das Leben vergangener Zeit.
Archäologischen Belege von Spielgeräten und Figuren
Der Jenaer Archäologe Matthias Rupp hat die in Jena geborgenen archäologischen Belege von Spielgeräten und Figuren zusammengetragen und jetzt im 4. Band der Jenaer Beiträge zur Denkmalpflege, Baugeschichte und Archäologie vorgestellt.
Der Band hat 86 Seiten mit 73 meist farbigen Abbildungen. Er kostet 9,50,- € und ist im Stadtmuseum Jena erhältlich oder im Buchhandel unter der ISSN 3-949860-34-8 zu beziehen.