Monitoring: Klimaschutz in Jena kommt voran
Das erste Monitoring zur Umsetzung des Klima-Aktionsplans der Stadt Jena wird in den Gremien des Stadtrates vorgestellt, beginnend mit dem Jenaer Klimaschutz-Beirat. Es gibt einen Überblick über den Stand der 73 Maßnahmen in sieben Themenfeldern – von strategischen Grundlagen über Gebäude, Mobilität und Energieversorgung bis hin zu klimafreundlichen Lebensweisen. Die Berichtsvorlage kann im Rathaussysten online eingesehen werden.
Die Auswertung für den Zeitraum 2023 bis Oktober 2025 zeigt: Ein Großteil der Maßnahmen wurde bereits angestoßen. Sechs Maßnahmen sind abgeschlossen, sieben verstetigt. 36 Maßnahmen befinden sich in der Umsetzung, 16 in Vorbereitung, acht wurden bislang noch nicht begonnen.
Auch bei den priorisierten Sofortmaßnahmen zeigt sich eine positive Entwicklung: Von 17 Maßnahmen mit geplantem Umsetzungsbeginn im Jahr 2023 sind zwei bereits abgeschlossen, elf in Umsetzung und drei in Vorbereitung. Nur eine Maßnahme konnte bislang noch nicht begonnen werden. Dabei handelt es sich um die Einrichtung einer Klima-Servicestelle für Unternehmen bei der Jenaer Wirtschaftsförderung, welche bisher an der Finanzierung der erforderlichen Personalstelle scheiterte.
„Das Monitoring macht deutlich, dass wir beim Klimaschutz Schritt für Schritt vorankommen. Viele Maßnahmen sind angestoßen oder bereits umgesetzt. Gleichzeitig zeigt der Bericht, welche Maßnahmen noch nicht begonnen wurden. Entscheidend ist, dass wir dranbleiben und die begonnenen Prozesse auf dem Weg zur Klimaneutralität Jenas konsequent fortführen“, sagt Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima.
Starke strukturelle Grundlagen und sichtbare Fortschritte
Mit der Gründung der Klimaschutzagentur Jena gGmbH wurden zentrale Strukturen für die Umsetzung des Klima-Aktionsplans geschaffen. Die Agentur koordiniert zahlreiche Maßnahmen und setzt eigene Projekte um – etwa kostenfreie Energieberatungen für Bürgerinnen und Bürger, Informationsveranstaltungen zur Wärmeplanung oder Umweltbildungsangebote an Schulen. Zusätzliche Stellen für die Klimaschutzkoordination in der Stadtverwaltung stärken darüber hinaus die organisatorischen Voraussetzungen.
Auch inhaltlich sind deutliche Fortschritte erkennbar: Im Bereich klimaneutrale Gebäude und Quartiere laufen mehrere Pilotprojekte zur energetischen Sanierung und zum Ausbau von Photovoltaik. In der Verwaltung wurden mit einer neuen Dienstanweisung Energie und dem Aufbau eines kommunalen Energiemanagements wichtige Instrumente zur Senkung von Energieverbrauch und -kosten eingeführt. Die Stromversorgung wird schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt, der Fuhrpark zunehmend elektrifiziert.
Im Themenfeld Mobilität wurden zahlreiche Maßnahmen in laufende Planungen integriert. Das Car-Sharing-Angebot im öffentlichen Raum wurde erweitert, Temporeduzierungen umgesetzt und der Ausbau der Straßenbahn Richtung Jena-Nord vorangebracht. Parallel werden Förderprogramme zur Elektrifizierung des ÖPNV konsequent genutzt.
Ein weiterer Meilenstein ist die beschlossene kommunale Wärmeplanung. Sie schafft frühzeitig Planungs- und Investitionssicherheit und bildet die Grundlage für den weiteren Umbau der Energieversorgung.
Auch im Bereich klimafreundliche Lebensweisen sind alle Maßnahmen mindestens in der Umsetzung. Initiativen wie ein Foodsharing-Café oder ein Tauschhaus werden unterstützt, Bildungs- und Sensibilisierungsangebote kontinuierlich ausgebaut.
Für Transparenz sorgt ein umfassendes Monitoring. Künftig wird mit der digitalen Plattform „Climate View“ ein öffentlich einsehbares Tool die Fortschritte nachvollziehbar machen.
Evaluierung der Wirksamkeit
Wie wirksam die begonnenen Maßnahmen im Hinblick auf die Klimaneutralität sind, wird im nächsten Schritt untersucht. Derzeit läuft eine Evaluation, die bis voraussichtlich Herbst 2026 abgeschlossen sein soll. Sie wird aufzeigen, ob die angestrebten Ergebnisse erreicht wurden oder ob einzelne Maßnahmen bei Bedarf angepasst beziehungsweise nachgeschärft werden müssen.