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Neue Perspektiven für schuldistanzierte Kinder: LernWILLA startet in Jena-Winzerla

27.08.2026

Schulvermeidung beginnt selten mit fehlender Motivation. Häufig stehen Ängste, Überforderung, Konflikte oder belastende Lebenssituationen hinter dem Rückzug aus dem Schulalltag. Mit der „LernWILLA“ startet die Kindersprachbrücke ein neues Unterstützungsangebot für Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, die nicht mehr regelmäßig die Schule besuchen.

„Uns freut besonders, dass wir die LernWILLA in enger Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Jena, dem Schulamt Ostthüringen sowie der DOHLE Stiftung eröffnen können,“ 

betont Wolfgang Volkmer, Vorstandsvorsitzender des Vereins. 

„Diese einzigartige Zusammenarbeit ermöglicht, dass die Kinder keine Schuljahre nachholen müssen und während ihrer Zeit in unserem Jugendhilfeangebot optimal und multiprofessionell gefördert werden.“

Mit dem neuen Angebot knüpft die Kindersprachbrücke damit an vorhandenes Know-how an. Bereits seit 2022 begleitet das ESF-geförderte Projekt „im FOKUS“ Jugendliche ab 15 Jahren erfolgreich zum externen Hauptschulabschluss. Nun wird die Unterstützung auf jüngere Kinder ausgeweitet, um Schulvermeidung frühzeitig zu begegnen und langfristige Bildungsperspektiven zu sichern, so Wolfgang Volkmer.

Schuldistanz verstehen, statt nur Symptome zu betrachten

Die Ursachen von Schuldistanz sind meistens komplex und reichen von persönlichen Belastungen über familiäre Herausforderungen bis hin zu schwierigen Erfahrungen im schulischen Umfeld. 

„In den letzten Jahren hat die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die der Schule fernbleiben, weiter zugenommen“,

berichtet Rico Wohland, Fachdienstleiter der Jugendhilfe bei der Stadtverwaltung Jena. 

„Fünf Prozent verlassen inzwischen die allgemein- oder berufsbildenden Schulen ohne Abschluss.“ 

Neue Angebote wie die LernWILLA seien deshalb unbedingt notwendig, um auf diese aktuellen Entwicklungen bereits frühzeitig reagieren zu können und in der Folge tiefgreifendere und somit auch kostenintensivere Hilfen zu vermeiden, so Rico Wohland.

Individuelle Begleitung in einem geschützten Rahmen

Ab September bietet die LernWILLA jungen Menschen einen sicheren und verlässlichen Ort, an dem sie Motivation entwickeln und positive Lernerfahrungen sammeln können. Klare Tagesstrukturen, feste Bezugspersonen und individuelle Förderung schaffen Orientierung und Stabilität.

„Schuldistanziertes Verhalten verstehen wir als Signal dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Deshalb ist es wichtig, die individuellen Hintergründe zu erkennen und gemeinsam mit den jungen Menschen und ihren Familien passende Lösungen zu entwickeln“, 

erklärt Tina Blossey, Leitung für den Bereich Einrichtungen und Hilfen zur Erziehung, in dem das Angebot entwickelt wurde. Denn: Kein Kind vermeide Schule ohne Grund. 

„Mit der LernWILLA schaffen wir einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche Vertrauen, Orientierung und neue Perspektiven finden können. In Zusammenarbeit mit Familien und Schulen begleiten wir sie Schritt für Schritt zurück in ein erfolgreiches Lernen“,

ergänzt Tina Blossey.

Nachhaltige Bildungschancen sichern

Langfristiges Ziel ist die erfolgreiche Rückkehr der Schüler:innen in ein geeignetes Lernumfeld und damit die Sicherung langfristiger Bildungs- und Teilhabechancen. Durch die frühzeitige Unterstützung sollen so schulische Brüche verhindert werden. Mit dem Start der LernWILLA in Jena-Winzerla erweitert die Kindersprachbrücke ihr Engagement gegen Schuldistanz und setzt ein wichtiges Zeichen für individuelle und nachhaltige Unterstützung.