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Neues 3D-Stadtmodell im Kartenportal

07.08.2026

Jena macht Stadtplanung digital erlebbar

Wie wirkt sich ein Neubau auf seine Umgebung aus? Welche Gebäude prägen ein Stadtviertel? Und wie sieht Jena eigentlich aus der Vogelperspektive aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert ab sofort das neue 3D-Stadtmodell im Kartenportal der Stadt Jena.

Mit der Erweiterung entwickelt die Stadt ihr digitales Kartenportal konsequent weiter. Bürgerinnen und Bürger können das Stadtgebiet nun dreidimensional erkunden und erhalten einen deutlich besseren räumlichen Eindruck als bisher. Mit der Integration des 3D-Stadtmodells wird das bisher zweidimensionale Kartenportal um eine räumliche Darstellung erweitert. Dadurch lassen sich städtebauliche Strukturen, Geländeformen und bauliche Veränderungen anschaulicher erfassen und besser nachvollziehen.

Das digitale Modell bildet das Stadtgebiet mit seinem Gelände, den Brücken und den Gebäuden in ihrer tatsächlichen Lage und Form ab. Die Gebäude werden dabei mit ihren charakteristischer Dachformen, wie z.B. Sattel-, Walm- oder Pultdächern, dargestellt.  Die Datengrundlage für das 3D-Stadtmodell besteht bereits seit den 2010er-Jahren und wurde seitdem kontinuierlich fortgeschrieben. Neubauten, Gebäudeabbrüche und bauliche Veränderungen konnten so laufend in den Datenbestand übernommen werden. Mit der neuen Lösung wird die bisherige eigenständige Anwendung nun technisch abgelöst und zugleich funktional deutlich erweitert. 

„Mit der Integration in das Kartenportal wird das 3D-Stadtmodell zu einem zentralen Baustein der digitalen Geoinformationen der Stadt. Bürgerinnen und Bürger erhalten einen deutlich einfacheren Zugang zu räumlichen Informationen und können Zusammenhänge besser verstehen und nachvollziehen“, so Dorothea Prell, Smart-City-Beauftragte und Gesamtprojektleiterin Smart City Projekt Jena.

Neue Funktionen für Bürgerinnen und Bürger

Über das Kartenportal können Nutzerinnen und Nutzer das Stadtgebiet virtuell erkunden sowie gezielt nach Orten und Koordinaten suchen. Die bisherige eigenständige Anwendung wird damit nicht nur technisch abgelöst, sondern funktional deutlich aufgewertet. Zu den neuen Funktionen gehören unter anderem:

·    die Simulation von Schattenwurf und Beleuchtung zu verschiedenen Zeitpunkten,
·    Besonnungsanalysen,
·    Messungen von Höhen, Entfernungen und Flächen,
·    Zeichenfunktionen zur Erstellung eigener 3D-Objekte,
·    der Export von Kartenansichten und Objekten.

Auch bereits vorhandene zweidimensionale Informationen aus dem Kartenportal können in der 3D-Ansicht dargestellt werden. Damit werden unterschiedliche räumliche Informationen in einer zentralen Anwendung zusammengeführt.

Gerade bei Bauvorhaben oder Veränderungen im öffentlichen Raum schafft die dreidimensionale Darstellung mehr Transparenz. Bürgerinnen und Bürger können sich frühzeitig ein Bild davon machen, wie sich geplante Maßnahmen in ihre Umgebung einfügen und welche Auswirkungen sie beispielsweise auf Sichtbeziehungen oder die Verschattung haben könnten. Das erleichtert nicht nur das Verständnis komplexer Planungen, sondern unterstützt auch bestehende Beteiligungsverfahren, indem geplante Veränderungen für Bürgerinnen und Bürger anschaulicher und nachvollziehbarer werden.

Planungen anschaulicher und verständlicher

Das 3D-Stadtmodell unterstützt in der Verwaltung die Stadt- und Bauleitplanung, die Visualisierung von Bauvorhaben sowie Sichtbarkeits-, Verschattungs- und Solarpotenzialanalysen. Darüber hinaus kann der Datenbestand als Grundlage für fachliche Anwendungen in Bereichen wie Klimaanpassung, Starkregen- und Hochwasservorsorge oder Schallschutz dienen.

Für Bürgerinnen und Bürger bietet das Modell einen leichteren  Zugang zu komplexen räumlichen Informationen. Bauvorhaben und  Veränderungen im öffentlichen Raum können anschaulicher dargestellt werden als in klassischen zweidimensionalen Plänen. Dies erhöht die Nachvollziehbarkeit von Planungsprozessen und kann auch Beteiligungsverfahren unterstützen. Eigentümerinnen und Eigentümer können das Modell zudem nutzen, um beispielsweise Gebäudehöhen, Dachflächen, Geländeunterschiede oder die Besonnung eines Grundstücks besser einzuschätzen.

Gemeinsam entwickelt im Smart-City-Netzwerk

Die Entwicklung der neuen Funktionen des 3D-Stadtmodells und dessen Integration in das Kartenportal wurden im Rahmen des Smart-City-Projekts der Stadt Jena umgesetzt. Entwickelt wurde die Anwendung gemeinsam mit den Modellprojekten Smart Cities aus Detmold, Frankfurt am Main und Wolfsburg. Durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und technischen Entwicklungen konnten Synergien genutzt und eine moderne Lösung geschaffen werden, die allen beteiligten Städten zugutekommt. Die Zusammenarbeit zeigt, wie innovative digitale Angebote durch Kooperation schneller entstehen und einen direkten Mehrwert für die Stadtgesellschaft schaffen.

Zugang zum 3D-Stadtmodell

Das 3D-Stadtmodell ist direkt im Kartenportal der Stadt Jena unter  über das Menü „Themen“ und anschließend über das Kartenthema „3D-Stadtmodell“ erreichbar. Die bisherige Internetadresse bleibt bestehen und leitet auf das Kartenportal weiter.

Screenshot vom Kartenportal.
Das neue 3D-Stadtmodell im Kartenportal der Stadt Jena ermöglicht eine räumliche Ansicht des Stadtgebiets. Gebäude, Gelände und markante Bauwerke wie der JenTower lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und analysieren.