Erste Goldene Kulturkarte der Stadt Jena verliehen
Seit 2021 bemühten sich Verwaltung und Politik in einem längeren Diskussionsprozess darum, die seit 1997 bestehende Walter-Dexel-Ehrung der Stadt Jena, die besonders regionalen Künstler:innen und Kulturschaffenden zugutegekommen ist, neu zu profilieren. Entstanden sind, jährlich alternierend, zwei Förderschienen.
Nachdem Friedrich Herrmann 2024 den ersten Walter-Dexel-Preis der Stadt Jena erhielt, wird nun die erste Goldene Kulturkarte für das Jahr 2025 an Rena Fritsch vergeben.
Ehrung für langjähriges herausragendes Engagement für Kunst und Kultur
Diese Entscheidung hat die ehrenamtlich arbeitende Jury am 19. Dezember 2025 getroffen. Ihr gehörten an: Dr. Beate Jonscher, Vorsitzende des Werkausschusses JenaKultur, Dr. Jörg Vogel, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Jena, Dr. Margret Franz als profunde Kennerin der Jenaer Kulturszene, Johannes Schleußner, Dezernent der Stadt Jena für Bildung, Jugend, Kultur und Sport, und Friedrun Vollmer, Werkleiterin von JenaKultur.
Die Jury bezog in ihre Entscheidung die fünf aus der Öffentlichkeit zuvor eingegangenen Vorschläge mit ein. Wichtige Kriterien für die Verleihung der Goldenen Kulturkarte an Einzelpersonen mit einem langjährigen (mindestens 5-jährigen) herausragenden Engagement für die Kunst und Kultur der Stadt Jena sind:
Gemeinwohlorientierung und ein Engagement, das initiativ und aufbauend ist. Dabei sind ausdrücklich Personen ausgeschlossen, die hauptamtlich für die städtische Kultur (als Angestellte der Stadt Jena) gewirkt haben oder wirken.
„Rena Fritsch bereichert mit dem Tanzhaus Jena e.V. das Kulturleben unserer Stadt seit vielen Jahren auf hohem und konstantem Niveau“,
so Kulturdezernent Johannes Schleußner.
„Die Kriterien, die der Kulturausschuss für die Vergabe der Goldenen Kulturkarte definiert hat, werden mehr als erfüllt. Deshalb hat die Jury sehr einmütig und gern diese Entscheidung getroffen.“
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Erzieherin in einer Kindertagesstätte verbindet sich ihr Name eng mit der wichtigen Bildungs-, Teilhabe- und Erziehungsarbeit des Tanzhaus Jena e.V., deren Vorstandvorsitzende sie ist, eine Aufgabe, die sie mit Verantwortungsbewusstsein und Kreativität seit vielen Jahren ehrenamtlich ausübt. Maßgeblich hat sie auch die Vereinsgründung vor 35 Jahren initiiert, nachdem sie sich zuvor dem Aufbau der Universitäts-Folktanzgruppe gewidmet hatte.
Tanzhaus als festen Bestandteil der städtischen Kulturlandschaft etabliert
Ohne ihr Engagement wäre also das vielfältige Angebot des Tanzhaus Jena e.V. in der heutigen Form kaum möglich: Von Kindertanz über Salsa, Bachata, Flamenco und orientalischer Tanz bis hin zu Kizomba und Tango: das Programm richtet sich an Jung und Alt und vereint sowohl temperamentvolle als auch ruhige, sinnliche Tanzformen. Hinter diesem breiten Spektrum steht viel organisatorische Arbeit: Raumplanung, Kursorganisation, Koordination mit Tanzlehrkräften, Öffentlichkeitsarbeit – all das meistert Rena Fritsch zuverlässig, mit dem nötigen Weitblick und stets im Sinne der Gemeinschaft. Hervorzuheben ist auch, dass das Tanzhaus unter ihrer Leitung ein Raum geworden ist, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund fest in das Leben von Jena integriert wurden. So ist der Tanzhaus Jena e.V. nicht zuletzt dank ihres Einsatzes seit mehr als zwei Jahrzehnten ein fester und geschätzter Bestandteil der städtischen Kulturlandschaft geworden.
Die erste Goldene Kulturkarte ist Anerkennung und Dank an Rena Fritsch, und sie ermöglicht ihr für einen befristeten Zeitraum von fünf Jahren den kostenfreien Eintritt zu städtischen Kulturangeboten wie Konzerten, Lesungen und Ausstellungen. Wir gratulieren ihr sehr herzlich.
Am 27.01.2026 wurde die Goldene Kulturkarte von Dezernent Johannes Schleußner und JenaKultur-Werkleiterin Friedrun Vollmer an Rena Fritsch übergeben.