Konsequentes Vorgehen gegen illegale Graffiti
Illegale Graffiti, Tags und Schmierereien sind in Jena für viele Menschen längst mehr als ein optisches Ärgernis. Sie verursachen Kosten, belasten Eigentümerinnen und Eigentümer und beeinflussen das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum.
Die Stadt Jena stellt deshalb ein neues Konzept vor, das erstmals alle wesentlichen Ansätze miteinander verbindet: Prävention, Unterstützung, klare Abläufe und ein konsequentes Vorgehen gegen illegale Sachbeschädigung.
„Illegale Graffiti lassen sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme wirksam zurückdrängen. Entscheidend ist ein abgestimmtes Vorgehen, das Prävention, konsequente Durchsetzung, schnelle Bereinigung und Unterstützung miteinander verbindet“, sagt Bürgermeister Benjamin Koppe. „Nur wenn Verwaltung, Polizei, Eigentümerinnen und Eigentümer und die Stadtgesellschaft gemeinsam handeln, können wir spürbare Verbesserungen erreichen.“
Das Konzept wurde in einer multiprofessionellen Arbeitsgruppe erarbeitet. Beteiligt waren verschiedene Fachbereiche der Stadtverwaltung, die Eigenbetriebe sowie die Polizei. Ziel ist es, illegale Graffiti mittel- bis langfristig deutlich zu reduzieren, Schäden schneller zu beseitigen und gleichzeitig legale Formen urbaner Kunst zu stärken.
Unterstützung für Betroffene im Fokus
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der besseren Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern sowie privaten Eigentümerinnen und Eigentümern. Vorgesehen sind verständliche Informationsangebote, transparente Meldewege und perspektivisch auch eine finanzielle Förderung für die Entfernung von Graffiti sowie für vorbeugende Schutzmaßnahmen.
„Wer von illegalen Graffiti betroffen ist, soll mit dem Problem nicht allein dastehen“, erklärt Sebastian Wick, Leiter des Fachdienstes Kommunale Ordnung. „Wir wollen die Abläufe verständlicher machen und dort, wo es möglich ist, konkrete Unterstützung bieten.“
Melden, erfassen, schneller handeln
Künftig sollen Graffiti zentral über den Mängelmelder erfasst und strukturiert bearbeitet werden. Klare Zuständigkeiten und abgestimmte Abläufe sorgen dafür, dass Hinweise schneller geprüft und Maßnahmen zügig eingeleitet werden können. Gleichzeitig entsteht ein belastbares Lagebild, das Entwicklungen und Schwerpunkte im Stadtgebiet sichtbar macht. Gerade bei strafbaren oder extremistischen Inhalten ist eine besonders schnelle Reaktion vorgesehen.
Prävention und legale Angebote ausbauen
Das Konzept verbindet konsequentes Vorgehen mit gezielter Prävention. Bestehende Projekte in der Jugend- und Sozialarbeit sollen gestärkt und weiterentwickelt werden. Ergänzend sind neue Formate wie Workshops, Wettbewerbe, Dialogforen und zusätzliche legale Graffiti-Flächen geplant. Ziel ist es, kreative Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern und gleichzeitig illegale Aktivitäten zu reduzieren. Legale StreetArt kann dabei einen positiven Beitrag zur Gestaltung des Stadtraums leisten.
Konsequentes Vorgehen und schnellere Bereinigung
Dort, wo Graffiti illegal angebracht werden, bleibt die Linie klar: Illegale Sachbeschädigung wird konsequent verfolgt. Frische Graffiti sowie strafbare Inhalte sollen prioritär entfernt werden. Die Bereinigung öffentlicher Flächen wird künftig systematischer organisiert und mit nachhaltigen Schutzmaßnahmen kombiniert, um erneute Beschädigungen zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz weiter intensiviert.
Beteiligung ausdrücklich erwünscht
Die Stadt Jena setzt bei der Umsetzung auch auf die Unterstützung der Bevölkerung. Hinweise über den Mängelmelder, die Beteiligung an Dialogformaten sowie die Mitwirkung an legalen Projekten sind ausdrücklich erwünscht.
Klare Perspektive für die kommenden Jahre
Mit dem Konzept schafft die Stadt Jena erstmals einen abgestimmten und verbindlichen Rahmen für den Umgang mit Graffiti. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt schrittweise. Ziel ist ein sichtbarer Rückgang illegaler Schmierereien, schnellere Hilfe für Betroffene und ein Stadtraum, der sauber, lebenswert und attraktiv bleibt.