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Jena wird smarter

06.05.2026

Die Stadt Jena treibt ihre digitale Transformation mit dem Smart City Projekt konsequent voran. Der aktuelle Statusbericht 2025, der dem Stadtrat vorgelegt wird, macht deutlich: Die Maßnahmen sind sichtbar in der Umsetzung, die Zusammenarbeit im Stadtverbund funktioniert eng und verlässlich – und Jena ist zunehmend in regionale, landes- und bundesweite Netzwerke eingebunden. 

„Wir haben in Jena digitale und analoge Anlaufstellen geschaffen, die Verwaltung, Stadtwerke, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft immer stärker vernetzen – und damit ganz konkrete Mehrwerte im Alltag schaffen“, erklärt Bürgermeister und Dezernent für Digitalisierung Benjamin Koppe. „Unser Ziel bleibt: Digitalisierung soll für alle erlebbar sein – verständlich, niedrigschwellig und mit direktem Nutzen für die Menschen in unserer Stadt.“

ProbierLaden, JEDI und Digitalagent: unterschiedliche Zugänge, ein gemeinsames Ziel

Mit dem ProbierLaden und dem JEDI – dem Jena Digital Innovation Hub – haben sich zwei zentrale Orte etabliert, die unterschiedliche Zielgruppen erreichen und digitale Themen auf jeweils eigene Weise zugänglich machen.

Mehrere Personen schauen freundlich in die Kamera.
Berichteten über den aktuellen Stand im Smart City Projekt Jena (v.l.): Domenique Dölz, Teilprojektleiter, Heike Stötzner, Teilprojektleiterin, Gesamtprojektleiterin Dorothea Prell, Jan Wiescholek, Teilprojektleiter, sowie Bürgermeister Benjamin Koppe

Der ProbierLaden spricht vor allem Bürgerinnen und Bürger direkt an: als niedrigschwelliger Ort zum Ausprobieren, Lernen und Fragen. Der JEDI hingegen richtet sich stärker an Fachöffentlichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft und schafft Raum für Austausch, Innovation und konkrete Projektentwicklung. Beide Formate zeigen, wie digitale Stadtentwicklung sowohl in der Breite der Stadtgesellschaft als auch im Innovationsökosystem wirken kann.

Ergänzt wird dieses Spektrum durch den Digitalagenten, der seit Herbst 2024 drei Jenaer Modellschulen auf ihrem Weg der digitalen Transformation begleitet. Ziel ist es, digitale Werkzeuge sinnvoll im Unterricht zu verankern und Kompetenzen bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern nachhaltig zu stärken.

Auch im Bereich Gesundheit wurden digitale Ansätze weiter erprobt: Der Telemedizinraum im Smarten Quartier Jena-Lobeda liefert praktische Erfahrungen für neue Versorgungsformen. Im Austausch mit Kommunen wie Langenwolschendorf oder Crossen an der Elster wird geprüft, wie solche Ansätze insbesondere in ländlichen Räumen weiterentwickelt werden können.

Ein weiteres Beispiel für gelungene Verstetigung sind die Gesundheitsapartments im Smarten Quartier Jena-Lobeda. Sie wurden zum 1. Januar 2026 vom Universitätsklinikum Jena übernommen und werden dort künftig eigenständig weiterbetrieben. Damit ist es gelungen, ein im Smart-City-Projekt entwickeltes Versorgungsangebot vorfristig und dauerhaft in bestehende Strukturen zu überführen.

Vernetzung als Motor für Entwicklung und Transfer

Ein zentraler Schwerpunkt der Projektarbeit liegt auf Vernetzung und Wissenstransfer. Das Smart City Team brachte seine Erfahrungen unter anderem bei Veranstaltungen des Förderprogramms Modellprojekte Smart Cities, beim Thüringer E-Government-Kongress sowie auf der Smart Country Convention in Berlin ein. Der Austausch zeigt: Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Jena versteht seine Projekte deshalb bewusst auch als übertragbare Ansätze. Ziel ist es, Lösungen so zu entwickeln, dass sie auch in anderen Städten und Regionen genutzt und weiterentwickelt werden können.

Beteiligung macht Digitalisierung sichtbar

Die Bürgerbeteiligung blieb auch 2025 ein zentraler Bestandteil des Projekts. Niedrigschwellige Angebote wie der ProbierLaden, Mitmachaktionen beim Kinder- und Familienfest „Dein Tag im Paradies“, das Format Fachgruppe Smart City sowie Hackathons erreichten unterschiedliche Zielgruppen und machten Digitalisierung konkret erlebbar.

Auch medial fand das Projekt große Beachtung: MDR und ZDF berichteten unter anderem über das Smarte Quartier Jena-Lobeda und den ProbierLaden als Beispiele für innovative Ansätze in Gesundheitsversorgung und digitaler Bildung.

„Die starke Resonanz zeigt, dass wir mit unserer Smart City Strategie auf dem richtigen Weg sind“, betont Dorothea Prell, Gesamtprojektleiterin und Smart City Beauftragte der Stadt Jena. „Entscheidend ist für uns, dass die Projekte nicht abstrakt bleiben, sondern im Alltag sichtbar werden – und dass wir frühzeitig überlegen, wie erfolgreiche Ansätze dauerhaft wirken können.“

Blick nach vorn: Verstetigung und langfristige Wirkung

Bis 2027 werden die Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms weiter umgesetzt. Gleichzeitig rückt die Frage der Verstetigung stärker in den Fokus. Im Hinblick auf das Projektende und die Haushaltsplanung 2027/2028 prüft die Stadt frühzeitig, welche Strukturen und Angebote langfristig gesichert und weitergeführt werden können.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Projekte, sondern auch um neue Arbeitsweisen: ressortübergreifende Zusammenarbeit, Beteiligung, Datenkompetenz, offene Schnittstellen und Kooperationen im Stadtverbund. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze so weiterzuentwickeln, dass sie dauerhaft Wirkung entfalten.

„Jena bleibt auf Erfolgskurs in der digitalen Stadtentwicklung“, fasst Benjamin Koppe zusammen. „Mit einer stabilen Projektstruktur, starken Partnern im Stadtverbund, einer klaren strategischen Ausrichtung und einer gelebten Beteiligungskultur sind wir gut aufgestellt, um die Chancen der Digitalisierung für alle Jenaerinnen und Jenaer zu nutzen.“