Nicht alles, was spinnt, ist ein Eichen-Prozessionsspinner
Kaum tauchen an Bäumen größere Gespinste auf, erreichen die Stadt Jena besorgte Hinweise auf einen möglichen Befall mit dem Eichen-Prozessionsspinner. Doch Entwarnung: Bei den zuletzt gemeldeten Fällen in Jena handelt es sich nicht um den gesundheitsbedenklicher Schädling, sondern um harmlose Gespinstmotten.
Der Eichen-Prozessionsspinner ist eine Nachtfalterart, deren Raupen in den Sommermonaten vor allem an Eichen, teilweise auch an Hainbuchen vorkommen. Bekannt ist die Art wegen ihrer feinen Brennhaare. Diese können bei Menschen Hautreizungen, Juckreiz, Schwellungen sowie Beschwerden der Atemwege auslösen. In Einzelfällen sind auch stärkere allergische Reaktionen oder Asthmaanfälle möglich. Deshalb sollten die Raupen und ihre Nester nicht berührt werden.
Harmlose Gespinstmotten statt Eichen-Prozessionsspinner
Aktuell gibt es jedoch keinen Anlass zur Sorge: Nach bisherigen Erkenntnissen wurden in Jena und der näheren Umgebung keine Vorkommen des Eichen-Prozessionsspinners festgestellt.
Die gemeldeten Gespinste stammen stattdessen von Gespinstmotten. Deren Raupen überziehen Sträucher und Bäume mit auffälligen weißen Gespinsten, die häufig zu Verwechslungen führen. Anders als der Eichen-Prozessionsspinner sind Gespinstmotten für Menschen jedoch ungefährlich. Sie besitzen keine Brennhaare und stellen kein Gesundheitsrisiko dar.
Auch wenn die eingesponnenen Pflanzen auf den ersten Blick stark geschädigt wirken, erholen sie sich in der Regel wieder. Die Gespinstmotten sind ein natürlicher Bestandteil der heimischen Tierwelt und verursachen meist keine dauerhaften Schäden.
Einfache Unterscheidung der Arten
Die Stadt bittet Bürgerinnen und Bürger daher, bei auffälligen Gespinsten nicht vorschnell von einem Befall durch den Eichen-Prozessionsspinner auszugehen. Um welche der beiden Arten es sich handelt, lässt sich gut erkennen.
Raupen vom Eichen-Prozessionsspinner haben folgende Merkmale:
- dunkle Grundfärbung
- helle, auffällig lange Haare und kurze, samtbraune Brennhaare
- Körperlänge bis 4 cm
- massenhafter Auftritt in „Prozessionen": Wanderungen in lange Ketten
- Gespinste an breiten Stämmen, insb. von Eichen, nicht die gesamten Pflanzen umfassend
Die Raupen der harmlosen Gespinstmotten lassen sich erkennen an:
- helle, gelbliche Grundfärbung, dunkle Punkte
- keine Behaarung
- Körperlänge bis 2 cm
- typisches Abseilen einzelner oder mehrerer Raupen an langen Fäden
- Gespinste umfassen oft gesamte Pflanzen
Wer unsicher ist, kann Beobachtungen weiterhin an die zuständigen Stellen melden.