Stadtrat bestätigt Neubau des Begegnungszentrums Winzerla am Enver-Şimşek-Platz
Der Stadtrat der Stadt Jena hat beschlossen, am Neubau des Begegnungszentrums Winzerla als „Ort der Lebendigen Demokratie“ am Enver-Şimşek-Platz festzuhalten. Nach erneuter Prüfung der vorgebrachten Argumente, möglicher Alternativstandorte sowie der eingereichten Bürgeranträge wurde die bisherige Standortentscheidung bestätigt.
Dem Beschluss gingen zwei Bürgeranträge voraus. Während ein Antrag eine erneute Prüfung des Vorhabens forderte, sprach sich ein weiterer ausdrücklich für die Umsetzung des Neubaus am geplanten Standort aus. Der Stadtrat hat sich nun für die Fortführung des Projekts entschieden.
Alternativstandorte erneut geprüft
Die Stadtverwaltung hatte zuletzt erneut untersucht, ob bestehende kommunale Gebäude als Alternative für das Begegnungszentrum genutzt werden könnten. Dabei wurden unter anderem die ehemalige Goetheschule, die Anna-Siemsen-Straße 1 sowie die Schrödingerstraße 44 betrachtet. Die Prüfung bestätigte jedoch die bisherigen Ergebnisse: Keiner der Standorte erfüllt die Anforderungen hinsichtlich Lage, Größe, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit in vergleichbarer Weise wie der Standort am Enver-Şimşek-Platz.
„Das Begegnungszentrum soll ein offener Ort für Begegnung, Austausch und gesellschaftliches Engagement werden. Die erneute Prüfung hat gezeigt, dass der Standort am Enver-Şimşek-Platz sowohl städtebaulich als auch funktional die besten Voraussetzungen bietet. Gleichzeitig ermöglicht er uns, die zugesagten Fördermittel des Bundes zu nutzen und ein Gebäude zu schaffen, das auf die Bedürfnisse des Stadtteils zugeschnitten ist“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange.
Wasserachse als Zentrum des Stadtteils stärken
Aus Sicht der Stadt stärkt der Standort die Wasserachse als Zentrum des Stadtteils. Durch die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit soll das Begegnungszentrum künftig ein wichtiger Treffpunkt für Vereine, Initiativen und die Bewohnerschaft werden.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fokus
Bei der weiteren Planung sollen hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz berücksichtigt werden. Zudem wird geprüft, wie Flächenverbrauch und Versiegelung minimiert werden können. So wird die Positionierung des Baukörpers mit dem Ziel weiter optimiert, die Sichtachse entlang der Wasserachse freizuhalten, den Flächenverbrauch zu minimieren und möglichst bereits versiegelte Flächen zu nutzen. Wo Eingriffe unvermeidbar sind, sollen klimaresiliente Nachpflanzungen das Umfeld aufwerten.
Beteiligung wird fortgesetzt
Der Beteiligungsprozess mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen sowie weiteren Interessengruppen wird parallel zur Planung fortgesetzt. Dabei sollen auch die Gestaltung des Gebäudes und seines Umfelds diskutiert werden.
Darüber hinaus hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, bis Ende September 2026 einen ergänzenden Bericht zu den langfristigen Betriebs- und Folgekosten des Begegnungszentrums vorzulegen.
Perspektive für die Goetheschule
Unabhängig vom Neubau soll geprüft werden, inwieweit die ehemalige Goetheschule perspektivisch einer Wohnnutzung zugeführt werden kann. Dafür wird derzeit eine Ausschreibung der Immobilie vorbereitet um Interessenten für eine Fortentwicklung zu finden. Ein Teil der Flächen soll dabei für öffentliche Nutzungen vorgesehen werden.
Architekturwettbewerb in Vorbereitung
Aktuell wird der hochbauliche und freiraumplanerische Realisierungswettbewerb vorbereitet. Die Preisgerichtssitzung ist für Dezember 2026 vorgesehen. Anschließend beginnt die weitere Planung auf Grundlage des ausgewählten Entwurfs.