Zukunftsplan für Jenas Kindergärten
Aufgrund drastisch gesunkener Geburtenzahlen übersteigt die Zahl der Kinderbetreuungsplätze in Jena die Zahl der zu betreuenden Kinder deutlich. Im Kitabedarfsplan 2026/27, der in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss bestätigt wurde, hat die Stadt Jena den Pfad vorgezeichnet, mit dem sie auf diese schwerwiegenden Herausforderungen reagieren wird. Dabei nimmt der vorliegende Kitabedarfsplan entsprechend den Anforderungen des Stadtrats erstmals auch die mittelfristige Entwicklung mit in den Blick.
Nach den bereits geburtenschwachen Jahrgängen 2022 bis 2024 wurde mit etwa 650 Geburten im Jahr 2025 die niedrigste Geburtenzahl seit den frühen 1990er Jahren erreicht. Für das Kita-Jahr 2026/27 rechnet die Stadt mit rund 4.080 Kindern, die einen Betreuungsplatz benötigen. Demgegenüber stehen etwa 5.500 Plätze in Kindergärten und Kindertagespflege.
„Angesichts der dramatischen demografischen Entwicklung sind wir uns mit den Elternvertretungen, den Kindergartenträgern und dem Stadtrat einig, dass wir weiterhin handeln müssen, um das Kindergartenangebot in unserer Stadt dauerhaft stabil und bedarfsgerecht zu sichern“,
erklärt Dezernent Johannes Schleußner.
„Dabei steht für uns im Mittelpunkt, dass Kinder und Familien auch künftig auf eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Betreuung vertrauen können. Dies wird auch weiterhin gewährleistet sein."
Maßnahmen in zwei Phasen
Aufgrund sinkender Kinderzahlen hatte der Stadtrat bereits 2023 und 2025 mittel- und langfristige Entscheidungen getroffen. Festgelegt wurde, dass in zwei Phasen jeweils bis zu 500 Betreuungsplätze abgebaut werden müssen. In der ersten Phase wurden konkrete Maßnahmen zum Abbau von Plätzen umgesetzt, die 2027 abgeschlossen sein werden. Spätestens bis Ende 2030 müssen in einer zweiten Phase 500 weitere Plätze folgen.
Begleitung bei konkreten Schritten
Die zweite Abbauphase ist bereits wirksam. So wird der Kindergarten „Lichtenhainer Zwerge” aufgrund sehr geringer Auslastung durch den Träger zum 31. August dieses Jahres geschlossen. Für jede Familie besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz, der in Jena und auch in Lichtenhain weiterhin wohnortnah gewährleistet werden kann.
Erster Ansprechpartner für Fragen ist die Leitung beziehungsweise der Träger des jeweiligen Kindergartens. Darüber hinaus steht auch die Stadt Jena begleitend zur Verfügung. Auf den Unterseiten vom Team Kindertagesbetreuung und der Jugendhilfeplanung sind Ansprechpartner und erste Informationen zu finden. Eltern, die beispielsweise Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Betreuungsplatz wünschen, können sich wenden an: jub@jena.de
Wichtig ist allen Beteiligten, dass es in allen Stadtteilen künftig weiterhin Einrichtungen der Kinderbetreuung geben wird, dass eine Vielfalt der Betreuungsangebote bestehen bleibt und die Qualität aufrechterhalten wird.
Zum Kitabedarfsplan
Der Kitabedarfsplan 2026/27 fasst erstmals sowohl die jährliche als auch die mittel- und langfristige Planung zusammen. Damit wird dem Beschluss des Stadtrats entsprochen, die demografische Entwicklung jährlich zu analysieren und zu bewerten. Der Plan wurde in enger Abstimmung mit dem Unterausschuss Kita erarbeitet. Bis Ende Juli muss er beim Land Thüringen vorgelegt werden.
Webseiten:
https://familie-jugend-soziales.jena.de/de/jugendhilfeplanung
https://rathaus.jena.de/de/team-kindertagesbetreuung