Dummy link to fix Firefox-Bug: First child with tabindex is ignored

Pilotphase zur Passantenfrequenzmessung wird ausgewertet

02.07.2026

Die Pilotphase zur Passantenfrequenzmessung in der Jenaer Innenstadt steht kurz vor dem Abschluss. Seit dem Frühjahr wurden an drei zentralen Innenstadtbereichen in der Johannisstraße, am Kirchplatz und auf dem Markt unterschiedliche technische Verfahren zur anonymisierten Erfassung von Passantenzahlen unter realen Bedingungen getestet. Mit dem Ende der Pilotierung zum 30. Juni beginnt nun die Auswertung der Ergebnisse.

Ziel des Teilprojekts im Smart City Projekt Jena ist es, besser zu verstehen, wie die Innenstadt genutzt wird, und langfristig ein Monitoring-Instrument für eine datenbasierte Innenstadtentwicklung aufzubauen. Die erhobenen Daten sollen zeigen, wie stark einzelne Bereiche zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden und wie sich beispielsweise Veranstaltungen, Baustellen oder andere Veränderungen auf Besucherströme auswirken.

Getestet wurden eine WLAN-basierte Passantenerfassung sowie LiDAR- und Radar-Objektzähler. Die Verfahren unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Reichweite, Genauigkeit, Auswertung und laufender Betriebskosten. Eine zentrale Erkenntnis der Pilotphase: Keine Technologie beantwortet alle Fragestellungen gleichermaßen gut. Für einen dauerhaften Einsatz kommt es daher auf die passende Kombination verschiedener Verfahren an, abgestimmt auf den jeweiligen Anwendungsfall und die damit verbundenen Kosten. 

"Eine lebendige Innenstadt braucht gute Ideen, engagierte Akteure sowie ein gutes Verständnis dafür, wie Menschen sie tatsächlich nutzen“, sagt Bürgermeister und Digitalisierungsdezernent Benjamin Koppe. „Die anonymisierte Passantenfrequenzmessung hilft uns dabei, besser zu verstehen, wie einzelne Bereiche unserer Innenstadt frequentiert werden. So können wir Aufenthaltsqualität gezielt verbessern, ungenutzte Potenziale erkennen und die Wirkung von Veranstaltungen, Baustellen oder anderen Veränderungen nachvollziehbarer bewerten. Die Passantenfrequenzmessung ersetzt keine politische Entscheidung, aber sie macht Entscheidungen fundierter, transparenter und überprüfbarer.“

Dorothea Prell, Gesamtprojektleiterin des Smart City Projekts Jena, ergänzt: „Bei allen getesteten Systemen stehen nicht einzelne Personen, sondern ausschließlich anonymisierte und aggregierte Daten zu Frequenzen und Bewegungsmustern im Mittelpunkt. Wichtig war uns dabei von Anfang an, offen zu informieren, Datenschutzfragen ernst zu nehmen und die Maßnahme im Dialog zu erklären. Denn Smart City entsteht durch Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung.“

Vor dem Start der Pilotphase hatte die Stadt Jena am 11. Februar 2026 zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in den Jena Digital Innovation Hub eingeladen. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger informierten sich dort über Ziele, Technik, Datenschutz und mögliche Einsatzfelder der Passantenfrequenzmessung. Auch Fragen zur Verstetigung, zu möglichen Betreibermodellen nach Projektende und zu einer späteren Ausweitung auf weitere Stadtbereiche wurden diskutiert.

Die technische und fachliche Begleitung erfolgte unter anderem mit Unterstützung des Fraunhofer IOSB INA. Beteiligt sind außerdem der städtische Fachdienst Stadtentwicklung, die Wirtschaftsförderung Jena, der Kommunalservice Jena, JenaKultur sowie die Initiative Innenstadt Jena e. V.

„Die Pilotphase war entscheidend, um die unterschiedlichen Systeme unter realen Bedingungen zu vergleichen“, betont Heike Stötzner, Teilprojektleiterin im Handlungsfeld Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr des Smart City Projekts Jena. „Jetzt bewerten wir Datenqualität, die technische Zuverlässigkeit und die praktische Nutzbarkeit sorgfältig. Erst danach kann entschieden werden, welches Verfahren für Jena langfristig geeignet ist und wie eine mögliche Weiterführung aussehen könnte.“

Die Passantenfrequenzmessung ist Teil des Smart City Projekts Jena im Handlungsfeld „Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr“. Perspektivisch sollen die erhobenen Daten dazu beitragen, Entwicklungen in der Innenstadt sichtbar zu machen und Entscheidungen zur Stadtentwicklung beispielsweise zu Aufenthaltsqualität, Wegebeziehungen oder Veranstaltungen besser zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Smart City Projekt Jena gibt es unter: smartcity.jena.de

Gruppe von Menschen steht vor dem Johannistor in Jena und lächelt in die Kamera.
Am Standort Johannisstraße, im Bild: Bürgermeister Benjamin Koppe (ganz rechts) , Dorothea Prell (vorn links) und Heike Stötzner (vorn Mitte) mit weiteren beteiligten Partne