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25. Jenaer Preis für Zivilcourage

30.09.2026

Den 25. Jenaer Preis für Zivilcourage erhalten in diesem Jahr Laurence Michel und Paul Jakobeit. Sie bewiesen Zivilcourage, indem sie eingriffen, als eine Gruppe Jugendlicher rassistisch beleidigt und bedrängt worden sind. Durch ihr Eingreifen halfen sie einerseits den Jugendlichen und wurden andererseits selbst Opfer, wobei insbesondere Laurence erhebliche körperliche Verletzungen erlitt. Sowohl Laurence als auch Paul bewiesen darüber hinaus erneut Mut und unterstützten als Zeugen aktiv den anschließenden Prozess. Die Preisverleihung fand heute im Historischen Rathaus der Stadt Jena statt. 

Preisträger  Laurence Michel und Paul Jakobeit
Preisträger Laurence Michel und Paul Jakobeit



Sonderpreis im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Jenaer Preis für Zivilcourage

Aufgrund des Jubiläums (25 Jahre Jenaer Preis für Zivilcourage) wird in diesem Jahr ein Sonderpreis für außerordentliches und langfristiges zivilgesellschaftliches Engagement vergeben. Mit diesem Preis wurde Rea Mauersberger ausgezeichnet. Frau Mauersberger ist in Brasilien geboren und aufgewachsen. Sie kam 1992 nach Jena. Geprägt wurde sie u.a. durch die Erfahrungen der sogenannten „Baseballschläger-Jahre“ und den Rassismus der 90er: Sie setzte sich gegen rechte Strukturen ein, blockierte etwa den Zugang rechter Gruppen zu einer Ausstellung auf dem Uni-Campus und kämpfte für die Schließung der menschenunwürdigen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Jena-Forst. Sie ist seit der Gründung (1995) aktives Mitglied des Jenaer Beirats für Migration und Integration. Bis 2025 leitete sie das Gremium als Vorsitzende und vertrat es in Landes- und Bundesgremien. Sie förderte die Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen und war Mitbegründerin verschiedener Vereine und Strukturen.

Preisträgerin Frau Mauersberger
Preisträgerin Frau Mauersberger (2. von links)



Am Jenaer Runden Tisch für Demokratie wirkt sie seit Jahren mit, war an der Neufassung des Stadtprogramms beteiligt und gehörte zu den Verfasserinnen des 10-Punkte-Aktionsplans gegen Rassismus, der Jena 2022 den Beitritt zur Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) ermöglichte. Aufgrund ihres über 34-jährigen, konsequenten Engagements für Menschlichkeit, Solidarität und gegen Rassismus – geprägt von Dialogbereitschaft und Durchhaltevermögen – erhält Rea Mauersberger den Sonderpreis.

Den Jenaer Preis für Zivilcourage stiftet jedes Jahr ein Jenaer Unternehmen und übernimmt dabei u.a. das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. In diesem Jahr stiftet die jenawohnen GmbH den Preis und hat sich bereit erklärt, auch den Sonderpreis mit einem Preisgeld von 1.000 Euro zu unterstützen.

Charlotte-Figulla-Preis

Zusammen mit dem Jenaer Preis für Zivilcourage wird der thüringenweite Schüler- und Jugendwettbewerb Charlotte-Figulla-Preis verliehen. Die wechselnden Themen des Preises sollen Anstoß für eine Auseinandersetzung mit den Themenfeldern Demokratie, Gesellschaft, Weltoffenheit, Toleranz und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bieten. Thema in diesem Jahr war: erWACHSEN.

Ausgezeichnet werden:
• Ober-/Werkstufe 1 der Jettina Schule Gorndorf für ihren Beitrag: „Willkommen im Reich der Erwachsenen“

• Lina-Marie Lehmann für ihren Beitrag: „Kopfsache“

• Klasse 8/1 des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums Gera für ihren Beitrag: „Unser Weg ins Erwachsenwerden“

• Ayat Al Hamadi für ihren Beitrag: „Dankbarkeit“

• Klasse 7 des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Erfurt für ihre Beiträge: „Drei Abschnitte als Räume“, „Die zwei Seiten“, „Die Veränderung des Gehirns“, „Schwer ist das Erwachsenwerden“, „Der Aufstieg ins Erwachsenleben“
 

Der Charlotte-Figulla-Preis wird seit 2004 vergeben und richtet sich an junge Menschen. Zu einem jährlich wechselnden Thema können Einzelbeiträge oder Gruppenarbeiten eingereicht werden. Der Charlotte-Figulla-Preis wird von den Eltern der verstorbenen Charlotte Figulla (Prof. Hans-Reiner Figulla und Jutta Söhnle-Jünemann) gestiftet. Es werden insgesamt 4.000 Euro Preisgeld an junge Menschen vergeben.