
Raumluftbelastung in der Heinrich-Heine-Schule
Die Stadt Jena informierte im Rahmen einer Veranstaltung in der Heinrich-Heine-Grundschule über den aktuellen Stand zur Raumluftbelastung im Altbau der Schule und die daraus resultierenden Maßnahmen. Schulleitung, Gesundheitsdezernentin Kathleen Lützkendorf, Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsamtes, der Kommunalen Immobilien Jena und der Schulverwaltung standen Rede und Antwort. Wichtigste Nachricht: Der Unterricht findet seit dieser Woche nicht mehr in den betroffenen Räumen statt.
Untersuchungen und Ergebnisse
Nach ersten Geruchsbeschwerden aus dem Kollegium im Oktober 2023 erfolgten umfangreiche Messungen im Juni und Oktober 2024. Zusätzlich wurde auch ein Vollanalyse des Trinkwassers durchgeführt, was unbedenkliche Werte zeigte.
Alle Messungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz.
Zunächst wurden Luftproben genommen, die in einigen Räumen erhöhte Werte von Naphthalin nachwiesen. In einem Fachraum überschritten die Konzentrationen unter simulierten Nutzungsbedingungen den gefahrenbezogenen Richtwert II minimal. Auch in zwei weiteren Räumen lagen die Werte über dem hygienischen Richtwert, sanken jedoch nach intensiver Lüftung.
Diese Messwerte bedeuten keine akuten Gesundheitsgefährdungen, legen aber unverzügliches Handeln nahe. Dazu gehören ein erhöhter Lüftungszyklus und der Einsatz von geeigneten Luftreinigern.
Zur weiteren Ursachenforschung empfahl das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz Kernbohrungen in den belasteten Räumen. Diese fanden im Januar 2025 statt. Im Ergebnis wurden teerhaltige Bodenmaterialien als wahrscheinliche Emissionsquelle für das Naphthalin entdeckt. Dieses Material war zur Bauzeit der Schule 1964/65 Standard als Sperrschicht im Boden.
Nächste Schritte
Mit der Schulleitung und KIJ wird nun ein Raumkonzept erstellt, das einen raschen Austausch der belasteten Fußböden ermöglicht. Dazu wird regelmäßig informiert.