Schnelles, mobiles Internet für Jena und sein Umland

07.08.2020

Am Mittwoch übergab Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst der Stadt Jena einen Fördermittelbescheid in Höhe von 70.000 €. Im Rahmen der Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft unterstützt das Land Modellprojekte, die moderne Infrastrukturen schaffen, um das Leben attraktiv zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

»Durch die Förderung soll eine professionelle und strukturierte Projektsteuerung ermöglicht werden, so dass es bei Erfolg auf andere Thüringer Regionen übertragen werden kann«, so Kerst. Sie lobte auch die Vorreiterrolle, die die Stadt Jena mit diesem Projekt einnimmt: »Die Stadt Jena hat bereits sehr früh begonnen, ihr Konzept für vernetzte Mobilität zu entwickeln und ich freue mich, dass nun Telekommunikationsanbieter für diese Idee begeistert werden konnten.«

»Im Rahmen der Teilnahme am 5x5G Innovationswettbewerbs des Bundesverkehrsministeriums erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern ein Konzept für innovative 5G-Anwendungen vor allem im Bereich Mobilität. Die 5G-Erschließung ist dabei eine wichtige Grundlage für unsere Digitalisierungsvorhaben und stärkt zudem den Digitalstandort Jena. Wir freuen uns über die partnerschaftliche Zusammenarbeit und die inhaltlich und technische Unterstützung von Telekom und Vodafone in unserem Projekt«, erklärt der für Digitalisierung zuständige Dezernent der Stadt, Benjamin Koppe.

Um die zukünftigen Funktechnologien in Jena und dem angrenzenden Saale-Holzland-Kreis rasch ausbauen zu können, arbeitet die Stadt bereits seit Monaten mit den großen Mobilfunkanbietern zusammen, welche zukünftig ihren Netzausbau intensivieren können. Mit den Anbietern Deutsche Telekom und der Vodafone schließt die Stadt Jena noch in dieser Woche Vereinbarungen, um den 5G-Mobilfunkausbau in der Hochtechnologieregion Jena zu unterstützen.

Walter Goldenits, Geschäftsführer Technik, Telekom Deutschland: »Jena gilt seit langem als eines der bedeutendsten Bildungs- und Wissenschaftszentren des Landes. Wir freuen uns daher besonders, dass wir hier gemeinsam mit der Stadt die Möglichkeit haben, weitere und wichtige Schritte in Richtung Zukunft zu machen. Bereits im letzten Jahr haben wir unser 5G Netz in Deutschland in Betrieb genommen und erreichen heute rund 40 Millionen Menschen in Deutschland mit dieser modernsten Mobilfunktechnologie. Jena hat die Bedeutung von Mobilfunk, insbesondere 5G, für Gesellschaft, Wirtschaft sowie Wissenschaft verstanden und beweist damit wieder einmal technologischen Pioniergeist.«

Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland: »5G wird das Leben der Menschen noch besser machen. Zum Beispiel, indem es in Städten und Ballungsgebieten den Verkehr smarter und grüner macht. Mit 5G reduzieren wir künftig Fahrt- und Stauzeiten genau wie den Kraftstoffverbrauch. So auch bald in Jena. Das Projekt der Stadt Jena hat Vorbildcharakter. Wir freuen uns, mit unserer Expertise zur 5G-Infrastruktur beitragen zu können.«

Auch Bürgermeister Christian Gerlitz ist froh, dass dieser große Schritt nun genommen ist. »Die Infrastruktur hat sich gewandelt. Wo früher vielleicht Straßen und Stromnetze entscheidende Faktoren waren, um Wachstum zu generieren und Wohlstand zu erzeugen, haben die Datennetze heute eine viel größere Rolle eingenommen als die traditionelle Infrastruktur. Auch wir als Stadtentwicklungsdezernat sehen es als Aufgabe, den Mobilfunkausbau zu fördern und zu unterstützen.« 

Die Schwierigkeit besteht laut Gerlitz in der Finanzierung: »Dabei werden die kabelgebundenen Internetzugangssysteme wie der Glasfaserausbau massiv öffentlich finanziert und gefördert. Währenddessen im Mobilfunkbereich die Anbieter dies eigenwirtschaftlich umsetzen und zudem viel Geld für die Lizenzen von 5G-Frequenzen aufbringen müssen. Die Mobilfunkversorgung wird zwar letztlich von den Kunden wie öffentliche Infrastruktur wahrgenommen, nur dass sie eben von Unternehmen eigenfinanziert wird - und eben nicht durch Steuern. Das ist eine wichtige Leistung, welche wir unterstützen wollen, wo es nur geht.«