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Stadt Jena begrüßt neue Bürgerinnen und Bürger

24.09.2026

Die Stadt Jena hat wieder feierlich neue Staatsbürger begrüßt. 304 Menschen, die im ersten Halbjahr 2026 eingebürgert wurden, waren zur Veranstaltung in der Rathausdiele eingeladen. Davon sind 142 Frauen und 162 Männer. Nach „den formalen, oft langwierigen und schwierigen Prozessen der Einbürgerung“ hieß Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche sie sehr herzlich willkommen. Die Rathausdiele war dabei mit 200 Menschen so gut gefüllt wie noch nie bei einer Einbürgerungsfeier der Stadt Jena. Das zeigt, welche hohe persönliche Bedeutung die feierliche Zeremonie für die neu Eingebürgerten und ihre Familien hat.

Die in den vergangenen Monaten Eingebürgerten stammen aus 49 verschiedenen Nationen auf fünf Kontinenten.  Die zahlenmäßig am stärksten vertretenen Herkunftsländer sind Syrien, Belarus, Russland und die Ukraine. Zudem wurden zehn staatenlose Menschen eingebürgert.

„Deutschland braucht den Zuzug von Menschen, weil die Basis für die wirtschaftliche Stärke des Landes – trotz Digitalisierung und Automatisierung – immer die Menschen bleiben werden“, betonte Nitzsche. Gerade in Jena, einer wirtschaftlich starken Stadt, werde dies besonders deutlich. „Bis zum Ende des Jahrzehnts wird etwa ein Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand wechseln, aber nur ein Drittel davon kann durch Nachwuchs, der von hier kommt, ersetzt werden“, so der Oberbürgermeister. Überall sei der Fachkräftemangel zu spüren. Er wisse aber auch, dass viele Menschen nach Deutschland gekommen sind, weil sie Schutz und Asyl suchten. Die jetzt Eingebürgerten hätten sich bestens integriert, was meist im Stillen passiere und nicht die Medien beherrsche.

Die Zahl der Einbürgerungen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während bis 2010 jedes Jahr in Jena rund 30 Menschen eingebürgert wurden, waren es vor acht bis zehn Jahren bereits etwa 50. Seit dem Jahr 2018 liegt die Zahl bei über 70. Im Jahr 2023 wurden bereits über 200 Menschen eingebürgert, im Jahr 2024 insgesamt 333. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 564 Menschen in die deutsche Staatsbürgerschaft aufgenommen.  

Flucht, Arbeit oder vielleicht die Beziehung zu einem geliebten Menschen – mit jeder Einbürgerung seien ganz persönliche Beweggründe, Entwicklungen, Schicksale und tiefgreifende Veränderungen für jeden Einzelnen und jede Einzelne verbunden, sagte Nitzsche. Voraussetzungen für den Erhalt der deutschen Staatsangehörigkeit sind neben einem rechtmäßigen Aufenthalt von meist mindestens fünf Jahren, ausreichende Deutschkenntnisse, ein erfolgreich bestandener Einbürgerungstest zur deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und die Absicherung des Lebensunterhalts ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld. „Für Ihre Anstrengung, Geduld und Ausdauer, aber auch Ihren Mut möchte ich Ihnen meine ausdrückliche große Anerkennung aussprechen“, sagte Nitzsche. „Mögen Sie hier eine Heimat finden – falls Sie sie nicht schon gefunden haben."

Mehrere Eingebürgerte berichteten in kurzen Reden von ihren Erfahrungen: Özgür Kaytancioglu aus der Türkei, Oana Glaessel aus Rumänien und Anne Jeannin aus Frankreich.

Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgte MIG e.V., der als Verein mit rund 120 Mitgliedern verschiedene Volksgruppen v.a. aus Osteuropa vereint und sich für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen einsetzt.

 

eine Gruppe von Menschen steht vor einer Wand mit zwei Fenstern und feiert ihre Einbürgerung im historischen Rathaus
Die Stadt Jena heißt insgesamt 304 Menschen aus 49 Nationen als neu Eingebürgerte in der Stadt.
Vier Menschen stehen nebeneinander, drei von ihnen haben einen Blumenstrauß in den Händen
Mehrere Eingebürgerte berichteten in kurzen Reden von ihren Erfahrungen: Özgür Kaytancioglu aus der Türkei (links), Oana Glaessel aus Rumänien (rechts) und Anne Jeannin aus Frankreich.