Stadt Jena plant den grundhaften Ausbau der Ziegenhainer Straße
Die Stadt Jena plant den grundhaften Ausbau der Ziegenhainer Straße zwischen der Friedrich-Engels-Straße und der Buswendeschleife. Über das Vorhaben hat der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss gestern (28.05.2026) in seiner Sitzung beraten und entschieden.
Die rund 600 Meter lange Strecke ist eine wichtige Verbindung für die Wohngebiete im Ziegenhainer Tal und zugleich ein viel genutzter Zugang für Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Wandernde in Richtung Fuchsturm und Wöllmisse. Der Zustand der Straße hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert, sodass eine umfassende Erneuerung notwendig geworden ist. Der Baustart ist derzeit ab dem Jahr 2028 vorgesehen.
„Mit dem Ausbau verbessern wir nicht nur die Straßenqualität, sondern schaffen auch mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität für alle Verkehrsteilnehmenden. Neben der Erneuerung von Fahrbahn und Gehwegen werden auch der öffentliche Nahverkehr, der Fußverkehr sowie die klimaangepasste Gestaltung des Straßenraums gestärkt“, erklärt Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt.
Neuordnung des Straßenraums
Künftig soll es auf beiden Seiten der Ziegenhainer Straße durchgehende und befestigte Gehwege geben. Besonders wichtig ist dabei die Entlastung des nördlichen Gehwegs, der bislang häufig durch parkende Fahrzeuge blockiert wird. Das Parken bleibt weiterhin möglich, soll künftig jedoch geordnet auf der Fahrbahn erfolgen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h bleibt bestehen. Der Radverkehr wird wie bisher auf der Fahrbahn geführt.
Auch die Einmündung des Grillparzerwegs wird neugestaltet. Geplant sind unter anderem eine bessere Ordnung der Parkflächen und Containerstandorte, neue Fahrradabstellmöglichkeiten sowie zusätzliche Begrünung. In einer nahegelegenen Grünfläche sollen außerdem neue Sitzgelegenheiten entstehen.
Klimaangepasste Gestaltung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der klimaangepassten Gestaltung der Straße. Vorgesehen ist eine weitgehend durchgehende Baumreihe entlang der nördlichen Gehbahn. Die Bäume sollen künftig für mehr Schatten und Kühlung im Straßenraum sorgen. Darüber hinaus werden weitere Möglichkeiten geprüft, um Regenwasser besser vor Ort versickern zu lassen und so das Stadtklima zu verbessern.
Im Zuge der Bauarbeiten wird außerdem der Ziegenhainer Bach schrittweise vom Mischwasserkanal getrennt. Dadurch soll künftig weniger Fremdwasser in die Kläranlage gelangen. Gleichzeitig werden vorhandene Leitungen und Versorgungsanlagen angepasst.
Öffentlicher Nahverkehr
Auch der öffentliche Nahverkehr wird berücksichtigt: An der Endhaltestelle der Buslinie 16 ist die Installation einer Ladeeinrichtung für Elektrobusse vorgesehen. Diese soll direkt in das Bauvorhaben integriert werden.
Prüfung weiterer Maßnahmen
Darüber hinaus wird geprüft, wie zusätzliche Aufenthalts- und Spielelemente im Sinne der bespielbaren und besitzbaren Stadt in den Straßenraum integriert werden können. Auch die Straßenbeleuchtung soll bei Bedarf erneuert und durch zusätzliche Leerrohre ergänzt werden. Im Zuge der Maßnahme werden außerdem vorhandene Leitungen und Versorgungsanlagen an die künftige Straßenraumgestaltung angepasst beziehungsweise teilweise umverlegt.
Kosten und Baustart
Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei rund 4,4 Millionen Euro. Der städtische Eigenanteil beträgt voraussichtlich etwa 3,3 Millionen Euro.
Gremien
Die Planungen wurden bereits mit verschiedenen Beteiligungsgremien abgestimmt, darunter der Ortsteilrat Kernberge, der Beirat Mobilität sowie die Arbeitsgruppe „Barrierefreies Jena“.