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Telemedizin-Konzept auch für andere Regionen

15.09.2026

Was im Smarten Quartier Jena-Lobeda entwickelt wurde, wird nun in den ländlichen Raum übertragen: Das im Smart City Projekt Jena entstandene Konzept des Telemedizinraums wird in Crossen an der Elster (Saale-Holzland-Kreis) und perspektivisch in Langenwolschendorf (Landkreis Greiz) weitergeführt. Bereits vor dem Ende der Smart-City-Projektlaufzeit im August 2027 gelingt so ein wichtiger Schritt zur Verstetigung des entwickelten Angebots. 

Damit zeigt sich, was ein Smart-City-Modellprojekt leisten kann: Eine digitale Lösung wird in Jena unter realen Bedingungen erprobt – und findet anschließend dort Anwendung, wo sie einen besonderen Mehrwert bieten kann. Der Telemedizinraum ist ein gemeinsames Projekt des Smart-City-Projekts Jena und der jENERGIE, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck. Ziel ist es, digitale Angebote als Ergänzung zur medizinischen Versorgung nutzbar zu machen, insbesondere dort, wo Arztpraxen fehlen oder längere Wege zur Behandlung notwendig sind.

Der Telemedizinraum im Smarten Quartier Jena-Lobeda diente von Beginn an als Erprobungsort. Dort wurden technische Voraussetzungen geschaffen, Abläufe entwickelt und Erfahrungen bei der Begleitung von Patientinnen und Patienten gesammelt. Nach Abschluss dieser Pilotphase wurde der Betrieb Ende August eingestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden nun die Grundlage für die neuen Standorte.
 

„Genau darin liegt der besondere Wert eines Modellprojekts: Im Rahmen von Smart City hatten wir in Jena die Möglichkeit, neue digitale Ansätze zu erproben, weiterzuentwickeln und dabei Erfahrungen zu gewinnen, die auch auf andere Rahmenbedingungen übertragbar sind. Der Telemedizinraum hat gezeigt, dass digitale Angebote die medizinische Versorgung sinnvoll ergänzen können. Auf dieser Grundlage kann die Lösung nun weiterentwickelt und auch für den Einsatz in ländlichen Räumen nutzbar gemacht werden“, sagt Bürgermeister und Digitalisierungsdezernent Benjamin Koppe.

Erfolgreich in Jena erprobt – jetzt geht es in Crossen weiter 

In Crossen an der Elster ist der neue Telemedizinraum im Klubhaus bereits eingerichtet. Die technischen und organisatorischen Abläufe orientieren sich am Jenaer Modell. Die ersten telemedizinischen Termine sollen in den kommenden Wochen stattfinden.

Die Gemeinde beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit neuen Ansätzen zur Sicherung der medizinischen Versorgung vor Ort. Bei mehreren Informationsveranstaltungen konnten sich Bürgerinnen und Bürger über das Angebot informieren. Das Interesse war groß.

Susanne Lippmann, Geschäftsführerin der jENERGIE: „In den vergangenen Monaten haben wir viel darüber gelernt, was Menschen brauchen, um telemedizinische Angebote anzunehmen. Neben einer stabilen technischen Infrastruktur geht es vor allem um Vertrauen, gute Begleitung und verlässliche Abläufe. Diese Erfahrungen geben wir nun an andere Kommunen und Partner weiter, die ähnliche Angebote entwickeln möchten. Dass das in Jena erprobte Konzept nun auch andernorts genutzt wird, zeigt das Potenzial solcher digitalen Versorgungsangebote.“

Ein weiterer Standort in Vorbereitung

Auch in Langenwolschendorf soll ein Telemedizinraum nach dem in Jena entwickelten Modell entstehen. Dort müssen die vorgesehenen Räumlichkeiten im Ortszentrum zunächst hergerichtet werden. Die Planungen laufen bereits.  

So wird aus einem Pilotprojekt ein dauerhaftes Angebot

Mit dem Ende des Telemedizinraums in Lobeda endet die Erprobungsphase in Jena. Mit den neuen Standorten in Crossen und perspektivisch Langenwolschendorf wird das dort entwickelte Konzept erstmals außerhalb der Stadt weitergeführt. Gerade in ländlich geprägten Regionen kann Telemedizin eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Versorgung sein. Damit zeigt sich schon vor dem Ende des Smart-City-Projekts, wie aus einem Pilotprojekt ein übertragbares und dauerhaft nutzbares Angebot entstehen kann.