Virtueller Kick-Off der Smart City Jena

01.03.2021

Eine digitale Abbildung des Jenaer Rathauses bildete den Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Smart City Projekts. Im vergangenen Jahr wurde das hiesige Konzept als eines von 32 bundesweiten Modellprojekten vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ausgewählt. An der Erarbeitung des Förderantrages waren neben der Stadtverwaltung auch beide Jenaer Hochschulen, zwölf Forschungsinstitute und Vertreter der IT-Wirtschaft beteiligt. Etwa 50 Personen ließen ihre Erfahrungen in die Konzeption einfließen, die dann den erhofften Erfolg brachte.

Zum Kick-Off wurden nun die Handlungsfelder, konkrete Teilprojekte sowie deren Projektleiter und Ziele der Öffentlichkeit präsentiert.

Geteiltes Wissen ist die Grundlage

Eröffnet wurde die virtuelle Konferenz durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche und den für Digitalisierung zuständigen Dezernenten Benjamin Koppe. Im Anschluss umriss Manuela Meyer, Chief Digital Officer der Stadt Jena, die Kernpunkte des Smart City Projektes. Es steht unter dem Motto »Jena digitalisiert, lernt und teilt – Unsere Stadt schafft und nutzt Wissen«. Damit verknüpft es fest fundierte Jenaer Attribute: freier Transfer von Wissen in einer Stadt der kurzen Wege zwischen grundlegender Forschung und innovativer Anwendung. Ziel ist die breite Beteiligung der offenen Stadtgesellschaft. Für die Umsetzung geplanter Projekte steht bis zum Jahr 2027 ein Gesamtfördervolumen von 17,5 Millionen Euro zur Verfügung.
 

Fünf Teilprojekte

  • WISSENsAllmende
    Handlungsfeld Digitale Infrastruktur und Datenpolitik
    • Rückgrat der Smart City
    • Urban Data Plattform
    • Generierung von Wissen aus vorhandenen und neu generierten Daten im Interesse der gesamten Stadtgesellschaft
       
    • Der Begriff Allmende (gemeinschaftliches Eigentum) ist hier Programm. Eine offene Datenstruktur schafft Vertrauen in gesellschaftliche Prozesse und kommunale Entscheidungen. Hier soll durch den Aufbau einer adäquaten Infrastruktur die Teilhabe erleichtert werden.

 

  • Smartes Quartier Jena Lobeda
    Handlungsfeld Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr
    • Rund 300 Wohnungen werden mit technischen Lösungen ausgestattet, über die sich Aspekte des täglichen Lebens einfach steuern und vernetzen lassen

 

  • Lernen der Zukunft – Digitales Lernen für Alle
    Handlungsfeld Bildung, Kultur und Soziales
    • Diskriminierungsfreier und gleichberechtigter Zugang zu (digitaler) Bildung
      -> Teilhabe vs. Digitale Spaltung
    • Entwicklung von Lernräumen mit zielgruppengerechten Angeboten
    • Zusammenarbeit mit Volkshochschule, Ernst-Abbe-Bibliothek, Stadtteilzentren

 

  • Smart City Logistik und Services
    Handlungsfeld Wirtschaft
    • Aufbau eines City Logistik-Systems
    • Stärkung und Vernetzung regionaler Handelsstrukturen und lokaler Wirtschaft

 

  • eGovernment++
    Handlungsfeld Digitale Verwaltung
    • Bereitstellung digitaler Verwaltungsleistungen über App
    • Identitätsnachweis, Bürgerkonto
    • Schaffung standardisierter Infrastrukturen

 

Ansprechpartnerin / Single Point of Contact:
Manuela Meyer, smartcity@jena.de

Resümee

Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche zeigte die Chancen für die Stadtgesellschaft auf:

»Das Thema Smart City wirkt derzeit sehr abstrakt. Mit der virtuellen Konferenz wurde ein Format gefunden, das den Einzelprojekten ein Gesicht gegeben hat.

Unser Ziel ist es, breiten Teilen der Bevölkerung einen konkreten Nutzen der Digitalisierung zu bieten. Jena ist dafür als agile Stadt mit einer reichen IT-Landschaft prädestiniert.
Mein Dank gilt unseren Partnern des Gesamtprojektes und der umfangreichen Vorbereitung der Kick-Off-Veranstaltung.«

Auch Benjamin Koppe zieht ein positives Fazit zum Kick-Off mit den Projektbeteiligten und nimmt die nächsten Schritte in den Fokus:

»Das Smart City Projekt ermöglicht die nötige Schubkraft zur Umsetzung vielfältiger digitaler Projekte und gibt der Gesamtentwicklung über einen Zeitraum von sieben Jahren eine ganz neue Dynamik. Dies wird sich als hochkomplexe Querschnittsaufgabe erweisen. Hier sind die Bereitschaft zu Veränderung und Weiterentwicklung und das Zusammenspiel von Verwaltung und Stadtgesellschaft nicht nur im hohen Maße erwünscht, sondern auch unbedingt erforderlich.«

Manuela Meyer zeigt sich begeistert und zufrieden mit der Veranstaltung:

»Unser Ziel war es, im digitalen Raum echte Begegnungen zu ermöglichen, zu Austausch und Gesprächen einzuladen und ganz nebenbei aufzuzeigen, was Digitales Lernen bedeutet. Wir haben sehr viel positives Feedback erhalten. Die Gäste betonten, wie leicht es war, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich in kurzer Zeit einen guten Überblick über unsere Projekte zu verschaffen. Die Teilnehmer haben heute gezeigt, wie groß die Offenheit und das Interesse an neuen digitalen Technologien ist. Wir sind auf einem guten Weg zur Smart City Jena!«