Was bewegt Jena-Ost
Wer regelmäßig im Stadtteil unterwegs ist, kennt nicht nur Straßen und Plätze, sondern mit der Zeit auch die Themen, die Menschen beschäftigen. Genau darum ging es bei einer weiteren Station von „Jena im Einsatz“: Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe besuchte gemeinsam mit Sebastian Wick, Leiter des Fachdienstes Kommunale Ordnung, den Kontaktbereichsbeamten Polizeihauptmeister Jan Alberts in Wenigenjena. Im Mittelpunkt standen dessen tägliche Arbeit, aktuelle Themen im Stadtteil und die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadt und Ortsteil.
Jan Alberts ist seit 2019 Kontaktbereichsbeamter für Jena-Ost. Zuvor war er im Streifendienst tätig. Seine heutige Arbeit unterscheidet sich deutlich vom klassischen Einsatzgeschehen. Während Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Streifendienst häufig aufgrund eines konkreten Anlasses tätig werden, lebt die Kontaktbereichsarbeit vor allem von Präsenz, Ortskenntnis und langfristigen Kontakten.
„Gerade diese Nähe und die kurzen Wege sind wichtig. Ein Kontaktbereichsbeamter kennt die Orte, kennt viele der wiederkehrenden Themen und ist für die Menschen persönlich ansprechbar. Wenn Polizei, Ortsteilrat und Stadt ihre Beobachtungen und Informationen miteinander teilen, können Themen früh erkannt und oft schneller bearbeitet werden. Sicherheit entsteht eben nicht nur dann, wenn etwas passiert ist, sondern auch durch Präsenz, Austausch und Verlässlichkeit“, sagt Bürgermeister Benjamin Koppe.
Vom Büro in der Schulstraße aus ist Alberts in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich unterwegs. Dazu gehören neben Wenigenjena unter anderem auch Wogau und Laasan. Dienstags von 15 bis 17 Uhr bietet der Kontaktbereich eine feste Sprechzeit an. Darüber hinaus sind Termine nach Vereinbarung möglich.
Wissen, was den Stadtteil bewegt
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Auswertung des aktuellen Lagebildes. Hinzu kommen Erfahrungen aus vielen Jahren Polizeiarbeit und das Wissen darum, an welchen Orten bestimmte Themen immer wieder auftreten.
Dabei geht es oft um ganz alltägliche Anliegen. In Jena-Ost spielen beispielsweise Fragen rund um Verkehr und Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle, besonders im Umfeld von Schulen. Nicht immer steht dabei sofort eine Sanktion im Mittelpunkt. Häufig können Situationen bereits durch Ansprache und mündliche Verwarnungen geklärt werden. Wo dies nicht ausreicht, kommen auch weitergehende Maßnahmen zum Einsatz.
Ein weiteres Thema beim gemeinsamen Rundgang waren Vandalismus und illegale Schmierereien im Ortsteil. An mehreren Stellen wurde darüber gesprochen, welche Möglichkeiten Eigentümer haben, um Beschädigungen vorzubeugen und wie bei wiederkehrenden Fällen vorgegangen werden kann.
Dabei kamen Koppe, Wick und Alberts auch direkt mit Anwohnerinnen und Anwohnern ins Gespräch. Neben der polizeilichen und ordnungsrechtlichen Arbeit ging es um praktische Möglichkeiten, das eigene Eigentum besser zu schützen. Schon einfache Maßnahmen am Gebäude können helfen, Tatgelegenheiten zu reduzieren. Dazu können etwa eine bessere Ausleuchtung oder technische Lösungen im unmittelbaren Umfeld eines Hauses gehören.
Werden Täter ermittelt, sollten Betroffene zudem prüfen, ob sie ihre Ansprüche auf Ersatz der entstandenen Schäden auch zivilrechtlich geltend machen. Gerade bei wiederholten Beschädigungen gehe es nicht nur darum, Vorfälle zu erfassen, sondern den Betroffenen auch aufzuzeigen, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen.
„Bei Vandalismus und illegalen Schmierereien sehen wir immer wieder, dass viele kleine Bausteine zusammengehören. Dazu zählen Prävention, schnelles Melden und eine konsequente Verfolgung. Unser städtisches Konzept bietet hierfür eine gute Grundlage. Aber auch einfache Maßnahmen am eigenen Gebäude können helfen, Tatgelegenheiten zu reduzieren. Und wenn Täter ermittelt werden, möchte ich alle Betroffenen ermutigen, ihre Ansprüche auf Schadensersatz zivilrechtlich durchzusetzen. Wichtig ist, dass Eigentümer wissen, welche Möglichkeiten sie haben und an wen sie sich wenden können“, so Koppe.
Besonders hervorzuheben ist dabei die enge Verbindung in den Stadtteil hinein. Der Kontakt zum Ortsteilrat ist fest etabliert. Konkrete Hinweise und Anliegen werden gemeinsam besprochen, aufgenommen und weiterverfolgt. Auch die Zusammenarbeit zwischen dem Kontaktbereich und dem Fachdienst Kommunale Ordnung wird von beiden Seiten als gut eingeschätzt.
Während des Besuchs ergab sich im benachbarten Ortsteilbüro zudem die Gelegenheit zu einem kurzen Austausch mit Wenigenjenas Ortsteilbürgermeister Bastian Stein. Dabei ging es um aktuelle Themen im Stadtviertel und um Hinweise, die aus der Arbeit des Ortsteilrates an Polizei und Stadt herangetragen werden.
Präsenz schafft Vertrauen
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien überwiegend positiv. Kontaktbereichsbeamte sind bewusst nah an den Menschen unterwegs und für Fragen und Hinweise ansprechbar. Gleichzeitig unterstützen sie bei außergewöhnlichen Einsatzlagen, etwa bei größeren Versammlungs- oder Demonstrationsgeschehen, auch andere Polizeikräfte.
Zur persönlichen Ausstattung gehört inzwischen auch die Möglichkeit der Videoaufzeichnung. Wird sie in Konfliktsituationen eingesetzt, werden die Beteiligten darauf hingewiesen. Für die Kontaktbereichsbeamten dient sie insbesondere auch dem eigenen Schutz. Nach den bisherigen Erfahrungen betrifft dies jedoch deutlich weniger Situationen, als häufig angenommen wird.
Zusammenarbeit weiter ausbauen
Beim Austausch ging es auch um die Frage, wo Polizei und Stadt künftig noch enger zusammenarbeiten können. Eine Möglichkeit sind gemeinsame Streifen oder gemeinsame Sprechstunden von Kontaktbereichsbeamten und kommunaler Ordnungsbehörde, jeweils dort, wo konkrete Anlässe oder Themen dies sinnvoll machen.
„Die Menschen unterscheiden im Alltag verständlicherweise nicht stets danach, welche Behörde für welches Thema zuständig ist. Entscheidend ist aber, dass ihr Anliegen aufgenommen wird und die richtigen Stellen miteinander arbeiten. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Polizei und kommunaler Ordnungsbehörde weiter stärken. Gemeinsame Streifen oder Sprechstunden können dort sinnvoll sein, wo es dafür einen konkreten Anlass gibt. Entscheidend sind am Ende kurze Wege und eine verlässliche Abstimmung“, sagt Koppe.
Mit der Reihe „Jena im Einsatz“ besucht Bürgermeister Benjamin Koppe regelmäßig Einrichtungen, Projekte und Akteure, die für Sicherheit, Bürgerservice und das Funktionieren der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt stehen der direkte Austausch und die Frage, wo Zusammenarbeit weiter verbessert werden kann.