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Wie gesund lebt Jena?

30.10.2026

Den meisten Menschen in Jena geht es gesundheitlich gut. Doch wie gesund wir leben, hängt nicht allein von unserem Verhalten ab. Auch die Lebensbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Das zeigt die Befragung »Gesundheit in Jena 2026«, deren Ergebnisse der Fachdienst Gesundheit jetzt vorgelegt hat. Insgesamt 1.549 zufällig ausgewählte Jenaerinnen und Jenaer ab 18 Jahren haben Anfang des Jahres Auskunft darüber gegeben, wie es ihnen geht und was sie für ein gesundes Leben brauchen.

»Wie gesund wir sind, wird auch davon beeinflusst, wie wir leben, lernen, arbeiten oder unsere Freizeit verbringen. Deshalb wollten wir wissen: Was hält die Menschen in Jena gesund und wo können wir als Stadt bessere Bedingungen schaffen? Die Ergebnisse helfen uns, Gesundheitsförderung gezielter zu gestalten und ein gesundes Leben für alle zu erleichtern«, erklärt Kathleen Lützkendorf, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Gesundheit und Lebenszufriedenheit: 65 Prozent der Befragten bewerten ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. Die große Mehrheit ist mit ihrem Leben zufrieden. Viele treiben regelmäßig Sport und nutzen Vorsorgeangebote.
  • Psychische Gesundheit: Jede fünfte befragte Person ist seelisch deutlich belastet, unter den 18- bis 29-Jährigen sogar fast jede dritte. Besonders häufig werden Stress und Einsamkeit genannt.
  • Rauchen und Alkohol: 15 Prozent der Befragten rauchen – deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt. Sieben Prozent trinken täglich Alkohol, weitere 22 Prozent mindestens einmal pro Woche.
  • Pflege von Angehörigen: Jede zehnte befragte Person betreut pflegebedürftige Angehörige. Die meisten empfinden diese Aufgabe als belastend.
  • Hitzebelastung: 24 Prozent leiden im Sommer sehr stark unter Hitze, insbesondere in Bussen, Straßenbahnen und der Innenstadt. Fast die Hälfte schläft bei hohen Temperaturen schlecht.
  • Versorgung und Lebensumfeld: Mit Apotheken sowie Haus- und Zahnarztpraxen ist die große Mehrheit zufrieden. Die fachärztliche Versorgung bewertet dagegen nur etwa die Hälfte positiv. Trinkwasser und Grünflächen erhalten gute Bewertungen, öffentliche Toiletten fehlen vielen.
  • Soziale Unterschiede: Menschen, die bei Bildung, Arbeit und Einkommen benachteiligt sind, bewerten ihre Gesundheit seltener als gut und sind psychisch stärker belastet. Auch Hitze trifft sie besonders: 32 Prozent leiden sehr stark darunter, bei Menschen mit den günstigsten Voraussetzungen sind es nur 14 Prozent.

Was die Ergebnisse für Jena bedeuten

Gesundheit wird nicht nur in Arztpraxen und Krankenhäusern beeinflusst. Auch Wohnumfeld, soziale Kontakte, Bewegungsmöglichkeiten, Bildung, Arbeit und Umweltbedingungen wirken sich darauf aus, wie gesund Menschen leben. Viele dieser Faktoren kann die Stadt mitgestalten: durch Grünflächen und schattige Plätze, sichere Wege, Angebote in Kitas, Schulen und Stadtteilen sowie Unterstützung für ältere Menschen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Die Befragung zeigt, wo Jena bereits gut aufgestellt ist und wo Handlungsbedarf besteht. Damit erhält der Fachdienst Gesundheit eine wichtige Grundlage, um Politik und Verwaltung gezielt zu beraten und die Gesundheitsförderung weiterzuentwickeln.

Ein Schwerpunkt liegt darauf, Angebote in den verschiedenen Lebensphasen besser miteinander zu verknüpfen – von der frühen Kindheit über Schule und Beruf bis ins hohe Alter. Besonders an Übergängen, etwa beim Schulstart, beim Berufseinstieg oder beim Eintritt in den Ruhestand, sollen Unterstützungsangebote ineinandergreifen. Fachleute sprechen dabei von einer Präventionskette. Voraussetzung dafür ist die enge Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Einrichtungen, Vereinen und weiteren Partnern. Diesem Ansatz folgt Jena auch als Mitglied im bundesweiten Gesunde Städte-Netzwerk, dem die Stadt 2024 beigetreten ist. Das Netzwerk orientiert sich an den Grundsätzen der Weltgesundheitsorganisation und setzt sich dafür ein, Gesundheit in allen kommunalen Bereichen mitzudenken – von der Stadtplanung bis zur Bildung. Dazu gehören auch die Beteiligung der Bevölkerung und eine regelmäßige Berichterstattung über die gesundheitliche Situation vor Ort.

Hintergrund zur Befragung

Für die Befragung »Gesundheit in Jena 2026« hatte die Stadt 10.000 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner ab 18 Jahren angeschrieben. Vom 15. Januar bis 28. Februar 2026 konnten sie freiwillig und anonym online oder auf Papier teilnehmen. Die Auswertung übernahm das Institut aproxima – Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar mbH. Den vollständigen Bericht finden Sie unter Downloads.

Die Durchführung und Auswertung der Bevölkerungsbefragung wurden durch die Europäische Union im Rahmen des Programms NextGenerationEU gefördert.

Ergebnisse Gesundheitsbefragung 2026